BASF hat im dritten Quartal 2026 deutlich mehr Umsatz und operatives Ergebnis erzielt. Der Chemiekonzern mit seinem wichtigen Standort in Ludwigshafen steigerte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 14 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erhöhte sich um 15 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Wegen der starken Entwicklung der Kerngeschäfte hebt BASF zugleich die Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 an.
Für Ludwigshafen ist die Bilanz besonders relevant, weil der Konzern in seinen Angaben ausdrücklich auf hohe Transformations- und Restrukturierungsaufwendungen am Standort hinweist. Diese Sonderbelastungen schmälerten das Ergebnis im dritten Quartal erheblich.
Umsatz wächst vor allem durch höhere Preise
Der Umsatz lag im dritten Quartal 2026 laut BASF um 2 Milliarden Euro über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Den größten Beitrag leisteten deutlich höhere Preise in den Bereichen Chemicals, Materials, Surface Technologies und Industrial Solutions. Insgesamt stiegen die Preise um 12 Prozent. Die verkauften Mengen erhöhten sich dagegen nur leicht um 2 Prozent.
Auch die Entwicklung in den einzelnen Geschäftsbereichen verlief unterschiedlich. Bei Chemicals sowie Nutrition & Care nahm der Absatz deutlich zu. In Industrial Solutions, Materials und Surface Technologies legten die Mengen leicht zu. Agricultural Solutions verzeichnete hingegen einen deutlichen Mengenrückgang. Dort gingen zudem die Preise leicht zurück, während sie sich bei Nutrition & Care leicht verbesserten.
Zusätzliche Unterstützung kam von positiven Währungseffekten, insbesondere durch den US-Dollar und den chinesischen Renminbi. Der Umsatz des Bereichs Sonstige verbesserte sich ebenfalls deutlich.
Operatives Ergebnis steigt – Sonderaufwendungen belasten
Das EBITDA vor Sondereinflüssen wuchs im Vorjahresvergleich um 213 Millionen Euro auf 1,6 Milliarden Euro. BASF führt den Anstieg vor allem auf die Ergebnisverbesserungen in den Segmenten Chemicals, Nutrition & Care, Materials und Industrial Solutions zurück. Diese Zuwächse glichen die Rückgänge bei Agricultural Solutions und Surface Technologies mehr als aus.
Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen lag bei 10,0 Prozent und damit auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Das EBITDA einschließlich Sondereinflüssen betrug 1,2 Milliarden Euro und blieb damit unverändert.
Im Quartal fielen allerdings Sondereinflüsse von minus 437 Millionen Euro an. Nach Angaben des Konzerns resultierten sie insbesondere aus Transformationsaufwendungen für Restrukturierungen, vor allem am Standort Ludwigshafen. Hinzu kam ein Vergleich zur Beilegung eines Rechtsstreits im Unternehmensbereich Care Chemicals.
Das EBIT rutschte dadurch auf minus 98 Millionen Euro, nachdem im dritten Quartal des Vorjahres noch 232 Millionen Euro erreicht worden waren. Die Abschreibungen stiegen auf 1,3 Milliarden Euro. Darin enthalten war eine Wertberichtigung von 318 Millionen Euro im Unternehmensbereich Monomers.
Nach Steuern und nach Abzug der nicht beherrschenden Anteile verblieben 155 Millionen Euro, verglichen mit 172 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,18 Euro. Bereinigt um Sondereinflüsse und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte erreichte es 0,72 Euro nach 0,52 Euro im Vorjahreszeitraum.
Prognose für 2026 wird nach oben angepasst
BASF erwartet für das Gesamtjahr 2026 nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 7,4 und 7,8 Milliarden Euro. Zuvor hatte die Prognose zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro gelegen. Damit wird vor allem das untere Ende der erwarteten Ergebnisspanne angehoben; auch das obere Ende steigt leicht.
Unverändert bleibt die Prognose für den Free Cashflow. BASF rechnet weiterhin mit 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro. Bei den CO2-Emissionen wird eine Spanne von 17,2 bis 18,2 Millionen Tonnen erwartet.
Der Konzern begründet die Anpassung mit der inzwischen größeren Sichtbarkeit für die Geschäftsentwicklung und der Stärke der Kerngeschäfte seit Jahresbeginn. Gleichzeitig verweist BASF auf die weiterhin bestehende Unsicherheit durch die geopolitische und weltwirtschaftliche Entwicklung.
Für die Planung hält das Unternehmen an seinen bisherigen makroökonomischen Annahmen fest. Dazu gehören ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,5 Prozent, ein Anstieg der Industrieproduktion um 2,0 Prozent und ein Wachstum der Chemieproduktion um 1,8 Prozent. Außerdem kalkuliert BASF mit einem durchschnittlichen Wechselkurs von 1,17 US-Dollar je Euro und einem durchschnittlichen Brent-Ölpreis von 80 US-Dollar je Barrel.
Cashflow verbessert sich trotz gebundener Mittel
Der operative Cashflow lag im dritten Quartal bei 1,1 Milliarden Euro und damit 275 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Ausschlaggebend war vor allem die Mittelbindung in den Vorräten in Höhe von 507 Millionen Euro. BASF erklärt dies mit höheren Rohstoffpreisen; im Vorjahreszeitraum waren aus den Vorräten noch 6 Millionen Euro freigesetzt worden.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich auf minus 89 Millionen Euro nach minus 767 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Dazu trugen unter anderem Einnahmen von 434 Millionen Euro aus dem Verkauf von Anteilen an Harbour Energy bei. Außerdem sanken die Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen um 401 Millionen Euro, insbesondere wegen geringerer Auszahlungen für den Verbundstandort in Zhanjiang in China.
Der Free Cashflow erreichte im dritten Quartal 523 Millionen Euro. Das waren 125 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahlen wurden am 28. Oktober 2026 um 10:12 Uhr aktualisiert.