Die BASF meldet trotz des Drucks auf die Weltwirtschaft und die Chemieindustrie überraschend starke Zahlen. Im dritten Quartal stieg der Umsatz des Ludwigshafener Chemiekonzerns im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro. Auch der Betriebsgewinn legte nach Angaben des Unternehmens um 14 Prozent zu.
Für den Standort Ludwigshafen steht diese positive Entwicklung jedoch einem umfangreichen Stellenabbau gegenüber. Nach Angaben des BASF-Vorstandsvorsitzenden Markus Kamieth werden im Stammwerk derzeit jeden Monat rund 350 Stellen abgebaut. Im Verlauf des Jahres 2026 könnten dadurch mehr als 4.000 Arbeitsplätze wegfallen.
Kerngeschäft treibt Quartalszahlen
Für den Aufwärtstrend sorgten vor allem die klassischen Chemie-Segmente des Konzerns. Schwächer entwickelte sich dagegen die Agrarsparte. Sie soll künftig als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht werden.
Angesichts der Geschäftsentwicklung hat BASF die Gewinnprognose für das laufende Jahr leicht angehoben. Gleichzeitig verweist der Konzern auf weiterhin große Unsicherheiten für die Weltwirtschaft insgesamt. Die aktuellen Quartalszahlen sollten am Vormittag bei einer Pressekonferenz von Vorstandschef Kamieth näher erläutert werden.
Abfindungen belasten die Bilanz
Das Sparprogramm, das derzeit besonders im Ludwigshafener Stammwerk umgesetzt wird, verursacht selbst hohe Kosten. Die sogenannten Transformationsaufwendungen schlagen mit vielen Millionen Euro zu Buche. Ein Grund dafür sind Abfindungen, die im Zuge des Stellenabbaus häufig gezahlt werden müssen.
Betriebsbedingte Kündigungen sind laut dem Bericht durch einen Standortvertrag ausgeschlossen. Der geplante Abbau soll deshalb über andere Maßnahmen umgesetzt werden. Für die Beschäftigten bedeutet die laufende Transformation dennoch eine erhebliche Veränderung am größten BASF-Standort.
Übernahme von Evonik bleibt Thema
Parallel zu den Einschnitten bekräftigte BASF seine Absicht, den zweitgrößten deutschen Chemiekonzern Evonik zu kaufen. Zuletzt war von einem erhöhten Übernahmeangebot die Rede. Kamieth warb in einer Videobotschaft für den Zusammenschluss und bezeichnete ihn als mögliche Antwort auf den internationalen Wettbewerb.
Der BASF-Betriebsratschef Sinischa Horvat bewertet die Pläne zurückhaltender. Er sieht in einer Übernahme eine große Herausforderung – insbesondere, weil die Beschäftigten bereits mit zahlreichen Veränderungen und Belastungen umgehen müssten.