In den Wäldern der Südpfalz sieht es bereits wie im Herbst aus: Bäume werfen mitten im Hochsommer ihr Laub ab, braune Blätter bedecken die Wege. Förster Niklas Dengel beobachtet die Situation im Forstrevier Herxheim-Queichwaldungen in der Rheinebene mit Sorge. Nach Einschätzung des Försters braucht der Wald jetzt mindestens zwei bis drei Wochen Regen, damit sich die Wasserspeicher im Boden wieder auffüllen.
Für Menschen in Ludwigshafen ist die Entwicklung in der Südpfalz ein deutliches Zeichen für die Folgen der anhaltenden Hitze in der Region. Zugleich zeigt sich die Trockenheit auch am Rhein: Laut dem Bericht erschwert das Niedrigwasser der DLRG Ludwigshafen-Oggersheim ihre Einsätze, weil die Boote inzwischen nicht mehr zu Wasser gelassen werden können.
Hitzestress lässt Bäume Laub abwerfen
Der ungewöhnliche Laubfall ist eine Reaktion auf den sogenannten Hitzestress. Viele Bäume leiden laut Dengel seit Wochen unter hohen Temperaturen. Sie werfen ihre Blätter ab, um den Wasserverlust zu begrenzen und ein Verdursten zu verhindern. Sichtbar wird dadurch ein Schaden, dessen Folgen für den Wald noch nicht vollständig absehbar sind.
Besonders problematisch sind die feinen Wurzeln. Sie nehmen Wasser aus dem Boden auf und können während längerer Dürreperioden absterben. Ein Baum kann danach zwar noch eine Zeit lang weiterleben. Später besteht jedoch die Gefahr, dass er ohne große Vorzeichen umkippt. Spaziergänger und andere Waldbesucher müssen deshalb mit einer veränderten Situation im Wald rechnen; konkrete Sperrungen oder Empfehlungen für einzelne Wege nennt der Bericht nicht.
Aktueller Regen reicht noch nicht aus
Dengel begrüßt das derzeit regnerische Wetter, bezeichnet den bisherigen Niederschlag aber als kaum ausreichend. Das Wasser verdampfe an der Oberfläche zu schnell und dringe nicht tief genug in den Boden ein. Erst mehrere Wochen Regen könnten die Bodenspeicher nach seiner Einschätzung wieder merkbar auffüllen.
„Also, aktuell ist es erschreckend, wenn man durch den Wald fährt oder läuft. Braune Blätter liegen auf den Wegen, man fühlt sich einfach wie im Herbst, wie im Oktober, und dafür ist es einfach noch zwei Monate zu früh.“
Wie stark sich die aktuellen Schäden auf die kommenden Jahre und auf den gesamten Wald auswirken, ist laut dem Förster noch ungewiss. Die trockenen Feinwurzeln könnten jedoch dazu führen, dass weitere Bäume geschwächt werden oder später umstürzen.
Mischwälder als Reaktion auf den Klimawandel
Um die Wälder widerstandsfähiger gegen Hitze und Wassermangel zu machen, setzt Dengel verstärkt auf Mischwälder. Neben heimischen Eichen testet er Baumarten aus anderen Regionen, darunter Asien und Nordamerika. Welche Arten sich langfristig bewähren, ist nach seinen Angaben noch offen. Die Auswahl sei deshalb ein Versuch unter den Bedingungen des Klimawandels.