Für wohnungslose Frauen gibt es in Ludwigshafen seit Anfang Juni einen neuen Anlaufpunkt. Die Stadt Ludwigshafen und das Evangelische Diakoniewerk Zoar haben im Café MittenDrin in Friesenheim einen Tagesaufenthalt eingerichtet. Nach Angaben der Stadt wurden dort bereits die ersten Frauen beraten.
Das Angebot befindet sich in der Schuckertstraße 37 und wird vom Evangelischen Diakoniewerk Zoar betrieben. Das Café ist an das Zoar-Haus „Wohnen am Ebertpark“ angegliedert. Vorgestellt wurde der Tagesaufenthalt am Donnerstag, 3. September 2026, bei einem Pressegespräch.
Niedrigschwellige Hilfe für Frauen ohne eigene Wohnung
In Ludwigshafen hatte bislang ein Tagesaufenthalt gefehlt, der sich ausschließlich an wohnungslose Frauen richtet. Dadurch gab es nach Angaben der Stadt keinen niedrigschwelligen Zugang zu dieser Zielgruppe und weniger Möglichkeiten, mit betroffenen Frauen in Kontakt zu kommen. Der neue Treffpunkt soll diese Lücke schließen.
Das Angebot richtet sich an wohnungslose Frauen mit gewöhnlichem Aufenthalt in Ludwigshafen. Zwei Fachkräfte sollen die Frauen stabilisieren, ihre Lebenssituation gemeinsam mit ihnen verbessern und sie bei Bedarf an weiterführende Hilfen vermitteln.
Im Mittelpunkt steht auch die sogenannte verdeckte Wohnungslosigkeit. Dabei haben Frauen keine eigene Wohnung, kommen aber beispielsweise vorübergehend bei Bekannten oder Verwandten unter. Diese Form der Wohnungslosigkeit bleibt dadurch häufig weniger sichtbar als eine offensichtliche Obdachlosigkeit.
„Wir denken hier vor allem an die sogenannte verdeckte Wohnungslosigkeit, die bei Frauen viel häufiger auftritt als eine offensichtliche Obdachlosigkeit. Gemeint ist damit, dass Frauen keine eigene Wohnung haben, sondern beispielsweise zeitweise bei Bekannten oder Verwandten zum Schlafen unterkommen.“
Das erläuterte Ludwigshafens Sozialdezernent David Guthier. Zu den möglichen Ursachen gehören nach seinen Angaben unterschiedliche Krisen: Manche Frauen fliehen vor einem gewalttätigen Partner. Andere verlieren ihre Arbeit und in der Folge ihre Wohnung, etwa im Zusammenhang mit einer Alkohol- oder Drogensucht.
Ruhebereich, Beratung, Duschen und eine Mahlzeit
Der Tagesaufenthalt bietet einen Rückzugs- und Ruhebereich sowie einen Beratungsraum. Außerdem stehen Duschen und eine kostenlose Mahlzeit zur Verfügung. Damit soll der Ort nicht nur erste Gespräche ermöglichen, sondern auch unmittelbare Unterstützung im Alltag bieten.
Am Pressegespräch nahmen neben David Guthier Anja Seepe, Leiterin der Eingliederungs- und Jugendhilfe Kaiserslautern-Kusel-Vorderpfalz bei Zoar, sowie Hans Michael Eberle, Bereichsleiter Teilhabe, Pflege und Senioren der Stadt Ludwigshafen, teil.
Nach Angaben der Beteiligten soll das Angebot künftig noch weiterentwickelt werden. Konkrete weitere Schritte wurden in den vorliegenden Informationen nicht genannt.