In Ludwigshafen soll sich das Stadtbild entlang der Kohl-Allee deutlich verändern: Die geplanten Rheintor Quartiere sehen drei Hochhäuser vor, die künftig als weithin sichtbare Orientierungspunkte die Stadtsilhouette prägen sollen. Zugleich ist ein neues Wegenetz mit Plätzen, Grünachsen und Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer vorgesehen.

Die drei Gebäude entstehen nach den vorliegenden Planungen an der Einmündung von Heinig- und Zollhofstraße. Vorgesehen sind moderate Höhen von zehn bis maximal 16 Geschossen. Die Hochhäuser sollen nicht als voneinander unabhängige Einzelbauten wirken, sondern als gemeinsames Ensemble am neuen Boulevard Kohl-Allee.

Ein neuer Platz an der Heinigstraße

Eine zentrale Rolle übernimmt der Bereich an der Einmündung der Heinigstraße in die Kohl-Allee. Dort soll ein offener Platz entstehen, auf den sich Wege für Fußgänger und Radfahrer mit geschlossenen Sichtachsen hin öffnen. Die neue Bebauung soll dem Platz eine klare räumliche Fassung geben und ihn zu einem markanten Punkt im Quartier machen.

Nach Einschätzung der beteiligten Stadtplanung sollen die drei Hochpunkte künftig mehrere Bereiche miteinander verbinden und aufwerten. Genannt werden zentrale Plätze am Rheinufer, der neu entstehende Platz an der Ecke Heinigstraße/Kohl-Allee sowie der Bahnhofsvorplatz. Auch der Turm des Exelsior Hotels soll in den gestalterischen Dialog mit dem Hochhaus am Bahnhofsvorplatz treten.

Die Gebäude sollen außerdem von vielen Orten der Innenstadt aus sichtbar sein. Für Passanten, die auf der Allee in Richtung Bahnhof oder Rheinufer unterwegs sind, soll insbesondere das Hochhaus am Vorplatz an der Heinigstraße als Blickfang dienen.

Wege zwischen Bahnhof, Rheinufer und Stadtteilen

Die Planungen beschränken sich nicht auf die Hochhäuser. Fuß- und Radwege der Kohl-Allee sollen den derzeit wenig genutzten Bahnhofsvorplatz besser anbinden. Ein Parkhaus soll Teil dieser Verbindung werden. Grünachsen und sogenannte Waldschleifen durch den Park sollen zudem vier Stadtteile miteinander verknüpfen und mehr Bewegung im Quartier erzeugen.

Die städtebauliche Idee dahinter ist ein Wechsel zwischen enger gefassten Wegen und offenen Plätzen. Begrenzte Wege, Bäume und Randbebauungen sollen zu großzügigeren Bereichen wie dem Bahnhofsplatz oder dem Danziger Platz führen. Nach der im Beitrag beschriebenen Planung sollen diese Wege gerne zu Fuß oder mit dem Fahrrad genutzt werden.

Als Beispiel für heutige Wegeentscheidungen wird der Radweg am Rheinufer genannt. Radfahrer nutzten diesen bereits jetzt bevorzugt, obwohl die Strecke gegenüber der Berliner Straße in Richtung Hemshof einen Umweg darstelle. Die neuen Hochhäuser sollen künftig ähnliche Bezugspunkte im Stadtbild schaffen.

Mehr Orientierung und Impulse für die Innenstadt

Die drei Hochpunkte sollen Anfang und Ende der neuen Blockrandbebauung entlang der Kohl-Allee markieren. Weil sie gestalterisch und räumlich aufeinander bezogen sind, sollen sie ein erkennbares Ensemble bilden. Die städtebauliche Wirkung soll dadurch über die einzelnen Grundstücke hinausreichen.

Der Beitrag ordnet die Planung in eine grundsätzliche Diskussion über Orientierung und Identität in Städten ein. Markante Gebäude, Plätze und Wege können demnach Fixpunkte schaffen, die im Stadtbild wiedererkannt werden und die Wahl von Wegen beeinflussen. Plätze werden eher angenommen, wenn sie räumlich gefasst sind und sich im kollektiven Gedächtnis verankern.

Als wenig einladend werden im Beitrag unter anderem der Danziger Platz und der Rathausplatz in ihrem derzeitigen Zustand beschrieben. Die Rheintor Quartiere sollen dort eine neue Begrenzung schaffen. Auch die olivgrünen Wohngebäude im Benckiser-Viertel seien in den Plänen der Planungsbüros nicht mehr enthalten; das entsprechende Grundstück sei als Fläche für eine spätere neue Nutzung ausgewiesen.

Für die Türme sind auch Büronutzungen vorgesehen. Diese könnten nach Einschätzung der Stadtentwickler Impulse für die Ansiedlung von Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor geben und wenig genutzte Standorte neu aufwerten. Die Juryentscheidung für das Konzept von Adept fiel 2025. Professor Markus Neppl bezeichnete den Dialog der drei Hochpunkte als einen wesentlichen Grund für den Erfolg des Entwurfs.