Die Landschaft rund um Rheingönheim war schon in der Römerzeit einem tiefgreifenden Wandel ausgesetzt. Für den Bau und Betrieb ihrer Kastelle, Heizungen und Straßen benötigten die Römer enorme Mengen Holz und weitere Rohstoffe.

Rohstoffe für Kastell, Heizung und Straßen

Das Römische Kastell in Rheingönheim steht dabei beispielhaft für die militärische und infrastrukturelle Präsenz der Römer in der Region. Der hohe Bedarf an Brenn- und Bauholz hatte Folgen für die Rheinniederung: Die urzeitlichen Auwälder zwischen Speyer und Worms wurden rigoros gerodet.

Die historische Einordnung fällt deshalb zugespitzt aus: In der kurpfälzischen Region könnten die alten Römer als erste „Umweltsünder“ gelten. Gemeint ist damit die nachhaltige Veränderung der Landschaft durch den hohen Rohstoffbedarf ihrer Siedlungen und Verkehrswege.

Archäologische Grabungen in Rheingönheim

Auf die römische Vergangenheit der Gegend weisen unter anderem Grabungskampagnen rund um das Kastell hin. Genannt werden Untersuchungen aus den Jahren 1912 bis 1914 sowie aus den Jahren 1961 und 1962. Die Arbeiten befassten sich mit den Spuren der römischen Besiedlung und ihrer Wirkung auf die Umgebung.

Die Geschichte der Auwälder am Rhein zeigt damit, dass Eingriffe in die Landschaft nicht erst ein modernes Phänomen sind. Schon die Römer veränderten die Umgebung von Rheingönheim, weil sie für Militär, Wärmeversorgung und Verkehrswege große Mengen natürlicher Rohstoffe benötigten.