Das geplante Quartierzentrum westlich des Hohen Wegs in Ludwigshafen-Rheingönheim ist kurz vor dem Abschluss der Verträge gescheitert. Nach Angaben der Stadt Ludwigshafen wurde ein geplanter Notartermin vom TV Rheingönheim abgesagt. Damit ist offen, ob und wann die seit Jahren vorbereitete Entwicklung des Areals weiterverfolgt werden kann.
Auf dem rund 7.080 Quadratmeter großen Gelände sollten zwei Gebäude entstehen. Vorgesehen waren eine Aldi-Filiale, eine Bäckerei von Görtz, Wohnungen und eine Tagespflegeeinrichtung. Das Vorhaben sollte ein neues Quartierszentrum für Rheingönheim schaffen und die Fläche westlich des Hohen Wegs neu ordnen.
Verein wollte Teilfläche einbringen
An den Verhandlungen waren die Stadt Ludwigshafen, die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Ludwigshafen (W.E.G.), die ALDI SÜD Projektentwicklungs-GmbH & Co. KG und der TV Rheingönheim beteiligt. Der Sportverein wollte den Angaben zufolge eine Teilfläche in das Projekt einbringen. Mit dem Erlös sollte das sportliche Angebot des Vereins neu ausgerichtet werden.
Nach den Gesprächen kam es jedoch nicht zum Vertragsabschluss. Der Verein sagte den Notartermin offenbar kurzfristig ab. Weitere Vermittlungsinitiativen führten laut der vorliegenden Mitteilung zu keiner Annäherung zwischen den Beteiligten. Die Stadt bedauert deshalb das Scheitern des Projekts.
„Die Stadt Ludwigshafen bedauert es sehr, dass das Vorhaben nach so vielen Jahren der Vorbereitung und der Verhandlungen kurz vor dem Notartermin offenbar gescheitert ist. Wir haben hier jede Hilfestellung gegeben und kontinuierlich unterstützt. Am Ende müssen aber alle Parteien mitziehen und Verantwortung übernehmen. Wir waren dazu bereit“, sagte Oberbürgermeister Klaus Blettner.
Planungsrecht war bereits geschaffen
Für das Quartierzentrum war bereits ein wichtiger planungsrechtlicher Schritt erfolgt: Der Stadtrat hatte den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Anfang 2025 beschlossen. Schon im Februar 2024 hatte das Gremium außerdem den Weg für die Innenentwicklung in Rheingönheim geebnet.
Die Vorgeschichte reicht noch weiter zurück. Im Jahr 2023 hatte die W.E.G. im Rahmen eines zweistufigen Konzeptvergabeverfahrens verschiedene Ideen von Projektentwicklern eingeholt. Grundlage waren unter anderem Wünsche des Ortsbeirats zur Nutzung des Areals. Trotz dieser Vorbereitungen und der anschließenden Verhandlungen kam das Projekt nun nicht bis zum Notartermin.
Für die Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet die Entscheidung zunächst, dass die angekündigten Einkaufsmöglichkeiten, die Görtz-Bäckerei, Wohnungen und die Tagespflege nicht wie geplant realisiert werden. Die Stadt teilte in der vorliegenden Information nicht mit, ob es einen neuen Anlauf oder ein verändertes Konzept für das Grundstück geben soll.