Das geplante Quartierszentrum „Hoher Weg“ in Ludwigshafen-Rheingönheim wird nicht gebaut. Die ALDI SÜD Projektentwicklungs-GmbH & Co. KG hat das Vorhaben abgesagt. Das teilte die Stadtverwaltung am Morgen des 14. August 2026 mit. Damit endet ein Projekt, das über mehrere Jahre vorbereitet und von Stadtverwaltung, Politik sowie der WirtschaftsEntwicklungsGesellschaft Ludwigshafen, kurz W.E.G., begleitet worden war.

Im Mittelpunkt der Vorbereitung stand ein städtisches Gelände am Hohen Weg, das vom TV Rheingönheim genutzt wird. Zwischen den Interessen des Sportvereins und den Plänen des Projektentwicklers hatten Stadt und W.E.G. nach eigenen Angaben wiederholt vermittelt. Der entscheidende Vertragsabschluss kam dennoch nicht zustande: Nach Angaben der Stadt sagte der Verein einen bereits vereinbarten Notartermin kurzfristig ab.

Auch nach der Absage versuchten Stadtverwaltung und W.E.G., eine erneute Annäherung zwischen den Beteiligten zu erreichen. Diese Vermittlungsversuche blieben jedoch ohne Erfolg. Kurz vor dem geplanten Abschluss platzte das Projekt damit trotz der bereits ausgearbeiteten Entwürfe und der langjährigen Verhandlungen.

Lebensmittelmarkt, Wohnungen und Café waren vorgesehen

Das Vorhaben sollte mehrere Funktionen auf dem Gelände am Hohen Weg verbinden. Geplant waren ein Lebensmittel-Nahversorger, Wohnungen, betreutes Wohnen sowie eine Bäckerei mit Café. Das Quartierszentrum sollte damit sowohl ein Angebot für den täglichen Einkauf als auch neue Wohnmöglichkeiten schaffen.

Der TV Rheingönheim wollte eine Teilfläche des von ihm genutzten Areals in das Projekt einbringen. Die Erlöse daraus sollten dem Verein ermöglichen, sein sportliches Angebot neu auszurichten. Die Vereinspläne zur künftigen sportlichen Ausrichtung waren deshalb Bestandteil der Überlegungen zum Quartierszentrum.

Die Stadt hatte das Vorhaben als wichtigen Impuls für die Innenentwicklung Rheingönheims bewertet. In die Planung einbezogen war ein insgesamt rund 7.080 Quadratmeter großes Areal. Neben den Vorstellungen des Vereins flossen auch Wünsche aus dem Ortsbeirat in die Konzeptentwicklung ein.

Konzeptverfahren begann bereits 2023

Die Vorbereitung des Projekts begann nicht erst mit den Detailverhandlungen. Bereits 2023 führte die W.E.G. ein zweistufiges Konzeptvergabeverfahren durch und holte dabei Ideen verschiedener Projektentwickler ein. Die städtebaulichen und planerischen Rahmenbedingungen wurden anschließend nach Angaben der Stadt einvernehmlich erarbeitet und transparent festgehalten.

Im Februar 2024 hatte der Stadtrat den Weg für die Innenentwicklung freigemacht. Danach nahmen W.E.G. und Stadtverwaltung die konkreten Verhandlungen mit dem Erstplatzierten des Vergabeverfahrens auf. Das war die ALDI SÜD Projektentwicklungs-GmbH & Co. KG. Im weiteren Verlauf wurden Entwürfe erarbeitet und kommuniziert.

Die Vorarbeit umfasste damit sowohl die Auswahl eines Projektentwicklers als auch die Abstimmung der städtebaulichen Rahmenbedingungen und der Interessen des TV Rheingönheim. Trotzdem kam der Vertrag zwischen Verein und Projektentwickler nicht zustande. Die geplanten Nutzungen – vom Nahversorger über Wohnungen bis zum betreuten Wohnen und der Bäckerei mit Café – werden an diesem Standort nach dem derzeit mitgeteilten Stand nicht umgesetzt.

Oberbürgermeister bedauert das Scheitern

Oberbürgermeister Prof. Dr. Klaus Blettner bedauerte das Ende des Vorhabens. Nach Darstellung der Stadt hatte sie das Projekt über die gesamte Vorbereitungs- und Verhandlungsphase hinweg unterstützt und Hilfestellung geleistet. Zugleich verwies er darauf, dass ein solches Vorhaben die Mitwirkung aller beteiligten Parteien voraussetzt.

„Die Stadt Ludwigshafen bedauert es sehr, dass das Vorhaben nach so vielen Jahren der Vorbereitung und der Verhandlungen kurz vor dem Notartermin offenbar gescheitert ist. Wir haben hier jede Hilfestellung gegeben und kontinuierlich unterstützt. Am Ende müssen aber alle Parteien mitziehen und Verantwortung übernehmen. Wir waren dazu bereit“

Die vorliegende Mitteilung der Stadt nennt keinen konkreten nächsten Planungsschritt für das städtische Gelände. Offen bleibt daher, ob und wann ein neuer Anlauf für die Fläche am Hohen Weg geprüft wird.