Die Raschigstraße in Ludwigshafen erinnert an den Industriellen und Chemiker Friedrich Raschig (1863–1928). Sein Name ist eng mit der Entstehung der Gartenstadt verbunden – einem Wohngebiet, das während des Ersten Weltkriegs auf zuvor landwirtschaftlich genutzten Flächen entstand.
Äcker für den Wohnungsbau
Raschig schenkte Ludwigshafen im Ersten Weltkrieg „riesige Äcker für den Wohnungsbau“. Auf diesen Flächen wurden hunderte Häuser errichtet. Die Gartenstadt sollte insbesondere heimkehrenden Soldaten Wohnraum bieten.
Der Unternehmer war damals 53 Jahre alt. Neben seiner Tätigkeit als Chemiker und Inhaber der Chemischen Fabrik seines Namens war Raschig DDP-Reichstagsabgeordneter und langjähriges Mitglied des Stadtrats.
Ein Schreiben vom 15. im Mittelpunkt
Die Schenkung erfolgte laut dem Bericht mit einem Schreiben vom 15. – der überlieferte Quelltext bricht an dieser Stelle ab und nennt weder Monat noch Jahr. Die Geschichte hinter der Raschigstraße ist damit zugleich ein Stück Stadtgeschichte der Gartenstadt und ein Beispiel für den Wohnungsbau in Ludwigshafen während des Krieges.