Am Berliner Platz in Ludwigshafen soll sich die seit Jahren bestehende Brache verändern: Der Projektentwickler Unmüssig darf im Herbst mit dem Bau des Büro- und Geschäftshauses „Palatineo“ beginnen. Der ursprünglich für Juni angekündigte Baustart verschiebt sich damit erneut. Für die Bewohnerinnen und Bewohner bleibt das große Loch zunächst sichtbar – der Bau soll 2027 jedoch endlich beginnen.
Das Projekt soll die innerstädtische Fläche aufwerten und kostet nach Angaben des Wochenblatts rund 70 Millionen Euro. Der Entwurf stammt vom renommierten Architekturbüro Max Dudler. Vorgesehen sind Büroflächen sowie Bereiche für Shops, eine Drogerie und das Schuhgeschäft Görtz. Für diese Flächen seien bereits Mieter gefunden worden.
Vorvermietung als Voraussetzung für den Baustart
Der Baustart hängt mit den Verhandlungen über die Vorvermietung zusammen. Für Investoren ist es heute üblich, Büroflächen bereits vor Baubeginn zu vermieten. Dadurch lässt sich das Risiko späterer Leerstände verringern. Nach Darstellung des Beitrags sind insbesondere Verwaltungen, Behörden und Ämter an zusätzlichen Büroflächen interessiert, weil ihre bisherigen Immobilien angesichts wachsender Aufgaben häufig nicht mehr ausreichen.
Auch die Verwaltung der Stadt Ludwigshafen soll in das Projekt einziehen. Teile des Bau- und des Bildungsdezernats sollen in die Ludwigstürme wechseln. Die Finanzverwaltung, Teile der Verwaltung im Zuständigkeitsbereich des Oberbürgermeisters sowie umfangreiche Bürgerservices sind für das Palatineo vorgesehen. Dafür sollen unter anderem Büros in der Jägerstraße, im Faktorhaus und in der Bismarckstraße aufgegeben werden.
Nachdem sich die Stadt und der Investor über den Mietpreis geeinigt hatten, erklärte die Verwaltung Ende Juni, ein Vertrag erlaube Unmüssig den Baubeginn im Herbst. Oberbürgermeister Blettner hatte Anfang Juni mitgeteilt, dass auch gemeinsam mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) eine Einigung beim Mietpreis erzielt worden sei.
Vom Metropolhochhaus zum Palatineo
Die Brache entstand nach dem Scheitern des früheren Projekts Metropolhochhaus. Der Investor, der das Grundstück 2013 gekauft hatte, ging insolvent. Der Stadtrat hob den Bebauungsplan für das Hochhaus Mitte Juni 2024 auf. Möglich wurde dies laut Beitrag, weil vertraglich vereinbarte Fristen für den Baufortschritt nicht eingehalten worden waren.
Mit dem neuen Investor wurde anschließend ein neuer Bebauungsplan erarbeitet. Erst 2025 erteilte die Stadt verbindliches städtebauliches Planungsrecht. Damit waren wichtige rechtliche Voraussetzungen für das Palatineo geschaffen, die Vorvermietungsverhandlungen zogen sich jedoch weiter hin.
Der Fotograf und Stadtführer Helmut Buchholz dokumentierte die Fläche über Jahre und verkauft Ansichtskarten vom „Loch“. Bei seiner letzten Führung äußerte er Zweifel daran, dass der auf dem Bauzaun angekündigte Zeitplan eingehalten werden kann: Das große Loch gibt es nun seit elf Jahren. Es ist immer noch unklar, was nun aus dem Projekt wird, wird Buchholz im Beitrag zitiert. Auf dem Bauzaun steht den Angaben zufolge „bereit ab 2027“.
Fertigstellung bis Ende 2027 nicht erreichbar
Für die Stadt ist der Bau ein wichtiger Schritt zur Entwicklung des Berliner Platzes. Blettner bezeichnete die Fläche als städtebauliche Wunde, die nun geheilt werden solle. Gleichzeitig ist nach Angaben des Beitrags klar, dass die Fertigstellung bis Ende 2027 nicht zu schaffen sein wird. Wie schnell die Brache tatsächlich verschwindet, hängt damit vom weiteren Verlauf der Bauarbeiten ab.