Ein lange vergessener Teil der Maudacher Kirchengeschichte wird wieder sichtbar: Am Samstag, 26. September, wird der rekonstruierte Ölberg im Pfarrgarten von St. Michael eingeweiht. Beginn ist um 18:30 Uhr. Im Anschluss ist eine Vorabendmesse geplant.

Unter Efeu kamen die Umrisse zum Vorschein

Die Wiederentdeckung begann im vergangenen Herbst eher zufällig. Bei überfälligen Pflegearbeiten im Kirchgarten traten nach und nach die Umrisse einer nahezu vergessenen Anlage hervor. Ältere Weggefährtinnen und Weggefährten der Gemeinde erinnerten sich daran, dass dort einst – angelehnt an die biblische Ölbergszene – ein Hügel mit Figuren von Jesus und einem Engel gestanden hatte.

Zu der Anlage gehörte früher auch ein Weg mit einem eingelassenen Mosaikmedaillon. Efeu und Sträucher hatten ihn vollständig überwuchert. Einen entscheidenden Hinweis gab Karl Romeis: Im Keller des Schwesternhauses lagerten noch beschädigte Figuren, die ursprünglich am Ölberg gestanden hatten.

Rekonstruktion nach Erinnerungen und alten Unterlagen

Gemeinsam mit Maria Schott und Cäcilia Schuhmacher erinnerte sich Romeis an Einzelheiten der früheren Gestaltung. Mithilfe seiner Erinnerungen und eigener Zeichnungen ließ sich die Szene rekonstruieren – einschließlich der unterschiedlichen Augenhöhen der Figuren und der früheren Überdachung. Ein neu aufgetauchtes Foto aus dem Jahr 1953 bestätigte außerdem, dass der Ölberg bereits deutlich früher entstanden sein muss.

Der Hügel wurde vollständig neu aufgebaut und im Inneren mit einem stabilen Fundament für die Figuren versehen. Peter Kottlarz und Christian Stein übernahmen den Aufbau. Stein restaurierte zusätzlich die Figuren und modellierte fehlende Teile nach. Julienne Marie Stein und Markus Burkard Stühler kümmerten sich um die farbliche Fassung.

Zur Einweihung im Pfarrgarten von St. Michael sind Interessierte am Samstagabend willkommen. Veranstalterangaben zufolge folgt auf die Feier die Vorabendmesse.