Der Rhein-Pfalz-Kreis treibt den Umzug seiner Verwaltung aus Ludwigshafen voran: Der Kreistag hat mit großer Mehrheit den Kauf eines neuen Verwaltungsgebäudes beschlossen, das nach Vertragsschluss in Schifferstadt gebaut werden soll. Nach aktueller Planung könnte die Kreisverwaltung im ersten Quartal 2030 vom Ludwigshafener Europaplatz in die Nachbarstadt wechseln.
Für Ludwigshafen bedeutet die Entscheidung eine wichtige Veränderung am bisherigen Standort. Das Kreishaus am Europaplatz steht seit 2024 unter Denkmalschutz. Es gehört dem Kreis, gilt jedoch angesichts der wachsenden Verwaltungsaufgaben als zu klein. Zudem wird das Gebäude als sanierungsbedürftig beschrieben.
Neues Kreishaus entsteht nahe dem Bahnhof
Der geplante Neubau soll in Schifferstadt auf dem ehemaligen Gelände der Bereitschaftspolizei entstehen. Vorgesehen ist ein Verwaltungsgebäude mit 12.140 Quadratmetern Netto-Raumfläche auf bis zu sechs Geschossen. Eine Teilunterkellerung ist ebenfalls geplant.
Gebaut werden soll das Kreishaus von der Heberger Hoch-, Tief- und Ingenieurbau GmbH. Nach Abschluss der Arbeiten will die Kreisverwaltung das Gebäude schlüsselfertig erwerben. Der Kaufpreis beträgt 80,9 Millionen Euro. Davon sollen 38 Millionen Euro aus Mitteln des Sondervermögens Rheinland-Pfalz-Plan finanziert werden.
Für die Beschäftigten und Besucher sind außerdem Stellplätze in einem Parkhaus vorgesehen, das zeitgleich nördlich der Bahnschiene entstehen soll. Eine beleuchtete und barrierefreie Unterführung soll das Parkhaus mit dem neuen Verwaltungsgebäude verbinden.
Kreis setzt auf Geothermie und Photovoltaik
Bei der Planung will die Kreisverwaltung nach eigenen Angaben Nachhaltigkeit und Klimaschutz berücksichtigen. Geothermie und Luft-Wärmepumpen sollen künftig Wärme und Kälte erzeugen. Die Energie soll über die Decken in Büro- und Besprechungsräume übertragen werden.
Geplant sind außerdem ein begrüntes Dach und eine Photovoltaik-Anlage. Nach Angaben des Kreises soll der Neubau die KfW-Anforderungen für einen klimafreundlichen Neubau mit Qualitätssiegel Nachhaltiges Bauen erfüllen. Eine maximale Fördersumme von einer Million Euro ist bereits bewilligt.
Gesundheitsamt und Zulassungsstellen bereits ausgelagert
Mit der Zukunft des Verwaltungssitzes beschäftigt sich der Rhein-Pfalz-Kreis seit rund 13 Jahren. Das Kreishaus in Ludwigshafen konnte den Flächenbedarf der Verwaltung zuletzt nicht mehr ausreichend decken. Das Gesundheitsamt sowie die Führerschein- und Kfz-Zulassungsstellen wurden deshalb bereits an andere Standorte ausgelagert.
Standort- und Wirtschaftlichkeitsanalysen führten schließlich dazu, dass Schifferstadt in den Fokus rückte. Für die Verlagerung war zunächst eine Rechtsverordnung aus Mainz erforderlich, die 2025 erlassen wurde.
Ursprünglich hatte der Kreis ein Mietmodell auf dem früheren Bereitschaftspolizei-Gelände vorgesehen. Weil sich dafür kein Investor fand, entwickelte die Verwaltung den Kauf eines schlüsselfertigen Gebäudes als Alternative. Mit dem Beschluss des Kreistags ist der Weg für dieses Modell nun deutlich kürzer geworden. Der tatsächliche Umzug bleibt an den Vertragsschluss, den Baufortschritt und die aktuelle Planung für das erste Quartal 2030 gebunden.