Ludwigshafen will seine Vorsorge gegen Hitzewellen deutlich ausbauen. Der Stadtvorstand bereitet nach Angaben der Stadt ein Maßnahmenpaket mit einem Investitionsvolumen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich vor. Geplant sind mehr Schatten, Trinkbrunnen, begrünte Flächen und klimatisierte Rückzugsräume. Das Geld soll unter anderem aus dem Sondervermögen des Bundes kommen.
Hintergrund ist die zunehmende Belastung durch heiße Tage und längere Hitzeperioden. Im Hitze-Check 2026 der Deutschen Umwelthilfe schnitt Ludwigshafen beim sogenannten Hitzebetroffenheitsindex bundesweit besonders schlecht ab. Besonders geschützt werden sollen Menschen, die durch hohe Temperaturen gefährdet sind. Dazu zählen Kinder, ältere Menschen und Pflegebedürftige.
Klimatisierte Räume für Kitas und mehr Schatten an Schulen
Für die Ludwigshafener Kindertagesstätten formuliert die Stadt ein langfristiges Ziel: Perspektivisch soll jede Kita mindestens einen klimatisierten Raum erhalten. Kinder könnten sich dort an besonders heißen Tagen zeitweise zurückziehen. Wann dieses Ziel erreicht werden soll und welche Einrichtungen zuerst an der Reihe sind, ist bislang offen.
Auch an Kitas und Schulen sollen zusätzliche Schattenplätze entstehen. Vorgesehen sind unter anderem Bäume, Sonnensegel und ein verbesserter baulicher Sonnenschutz. Bei künftigen Investitionen sollen Verschattung, Begrünung, Entsiegelung und kühle Rückzugsorte stärker gemeinsam geplant werden.
Ein Projekt ist bereits am Schulzentrum Mundenheim umgesetzt worden: Nach Angaben der Stadt wurden dort rund 1.200 Quadratmeter Schulhoffläche umgebaut, entsiegelt und bepflanzt. Außerdem entstanden Wetterschutzdächer.
Spielplatz im Hemshof und Pflegeheime im Blick
Am Spielplatz in der Welserstraße im Hemshof laufen ebenfalls Arbeiten. Der Platz wird mit schattenspendenden und klimaresilienten Pflanzen umgestaltet und erhält einen Trinkbrunnen.
Geplant sind Hitzeschutzmaßnahmen außerdem für die beiden städtischen Pflegeheime. Im Dr. Hans Bardens Haus in der Gartenstadt und im Haus Friesenheim sollen unter anderem klimatisierte Rückzugsräume, zusätzlicher Sonnenschutz und mehr Verschattung geschaffen werden. Auch die Seniorenwohnhäuser der GAG sollen berücksichtigt werden. Sie werden von der städtischen Fachstelle Älter werden verwaltet und betreut.
Konkrete Angaben dazu, wann diese Maßnahmen umgesetzt werden und wie viel Geld für die einzelnen Einrichtungen vorgesehen ist, liegen nach den bisherigen Angaben noch nicht vor.
Trinkbrunnen und mehr Grün für zentrale Plätze
Auch im öffentlichen Raum sollen besonders stark aufgeheizte Plätze und dicht bebaute Bereiche künftig mehr Grün, Schatten und kostenloses Trinkwasser bieten. Am Theaterplatz, am Karl-Kornmann-Platz und am Hans-Klüber-Platz laufen im Rahmen eines Förderprojekts bereits Umgestaltungen. Dort sind Trinkbrunnen vorgesehen.
Der Bürgerhof soll ebenfalls begrünt und widerstandsfähiger gegen Hitze werden. Für die Maßnahmen an den vier Plätzen sind nach Angaben der Stadt insgesamt rund 3,5 Millionen Euro eingeplant. Entsiegelte und begrünte Flächen sollen sich weniger stark aufheizen; Bäume und andere Verschattungsmöglichkeiten sollen für angenehmere Temperaturen sorgen.
Über das Kommunale Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation wurden zudem bereits 250 Bäume in verschiedenen Ludwigshafener Stadtteilen gepflanzt. Zusammen mit weiteren Projekten sollen langfristig mehr begrünte, schattige und möglichst kühle Orte im Stadtgebiet entstehen.
Eine kurzfristig nutzbare Maßnahme gibt es bereits: Das klimatisierte Wilhelm-Hack-Museum dient an besonders heißen Tagen als kostenloser Rückzugsort. Der Eintritt entfällt, wenn für Ludwigshafen an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen Temperaturen von mindestens 32 Grad vorhergesagt werden. Die Regelung wurde Ende Juli eingeführt.
Grundlage für die weiteren Vorhaben ist das im Projekt „Fit for (climate) future“ entwickelte Klimaanpassungskonzept. Vorrang sollen Orte erhalten, an denen sich besonders viele Menschen aufhalten oder besonders gefährdete Gruppen betroffen sind.
Das Millionen-Paket ist allerdings noch nicht beschlossen. Es soll zunächst dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden. Einen konkreten Termin für die Beratung, einen verbindlichen Gesamtbetrag oder einen Zeitplan für die einzelnen Projekte nennt die Stadt bislang nicht.