Ludwigshafen muss sich auf stärkere Hitze einstellen
Klimaforscher des KIT Karlsruhe prognostizieren dem Bericht zufolge, dass deutsche Städte in 20 bis 30 Jahren ein Stadtklima wie das heutige Thessaloniki haben könnten, sofern das angestrebte 2,0-Grad-Ziel erreicht wird.
Für Ludwigshafen ist das Thema bereits konkret: Der Hitzebelastungsindex der Deutschen Umwelthilfe wies Ludwigshafen und Mannheim als besonders belastete Städte aus. Ein exaktes Ranking lieferte der Index laut Bericht jedoch nicht. Als Kritikpunkte nennt der Artikel unter anderem die Größe der Rasterzellen und fehlende Faktoren wie umliegende Wälder, urbane Waldgärten oder die jeweilige Stadtgröße.
Entsiegelung, Grün und Luftschneisen
Als zentrale Anpassungsmaßnahmen nennt der Bericht Entsiegelung und Begrünung sowie Freiluftschneisen. Fassaden- und Dachbegrünungen, Parks, entsiegelte Flächen und zusätzliche Bäume sollen zu einem erträglicheren Stadtklima beitragen.
Dabei sind dichte Baumbestände laut Artikel nicht an jedem Standort automatisch die beste Lösung. Unter geschlossenen Baumkronen könne sich Hitze stauen. Als Alternative werden urbane Waldgärten beschrieben, in denen Luft zwischen den Bäumen zirkulieren kann.
Für den Friedenspark in Ludwigshafen habe ein externes Klimaanpassungsbüro deshalb zu einer weniger dichten Nachpflanzung geraten. Dadurch sollen Frischluftwinde aus Westen den Park besser durchwehen können.
Tropennächte als Belastung
Besonders problematisch sind dem Bericht zufolge Tropennächte. Aufgeheizter Beton gibt nachts Wärme ab, wodurch die Luft nur langsam abkühlt. In Dachgeschosswohnungen oder schlecht isolierten Apartments könnten die Temperaturen während Hitzewellen über mehrere Tage nicht unter 25 bis 27 Grad sinken.
Der Artikel beschreibt die Klimaanpassung als langfristige Aufgabe und verweist auf den hohen Finanzbedarf der Kommunen. Ohne höhere Investitionen in eine klimaresiliente Stadtplanung könnten Hitzewellen, Tropennächte und gesundheitliche Belastungen in wenigen Jahrzehnten zum regelmäßigen Sommeralltag werden.