Der Weg für einen neuen Feuerwehr- und Katastrophenschutzstandort im Nordwesten Ludwigshafens ist frei: Der Stadtrat hat am Montag, 21. September 2026, mit großer Mehrheit den von der Verwaltung vorgelegten Brandschutzbedarfsplan und das darin enthaltene Schutzziel beschlossen. Bestandteil der Planung ist ein neuer Standort nördlich der A650 bei Ruchheim.
Der Plan legt fest, wie viele Einsatzkräfte innerhalb welcher Fristen an einem Einsatzort wirksame Hilfe leisten sollen. Außerdem wird beschrieben, in welchem Anteil der relevanten Fälle diese Vorgaben erreicht werden müssen, um den Schutz der Bevölkerung sicherzustellen. Hintergrund ist eine neue landesweite Pflicht: Kommunen müssen erstmals bis zum 1. Januar 2028 einen Brandschutzbedarfsplan aufstellen.
Feuerwehr soll deutlich mehr Funktionen besetzen
Das nun beschlossene Schutzziel kann nach Angaben der Stadt mit der derzeitigen personellen und materiellen Ausstattung nicht eingehalten werden. Deshalb soll die Funktionsstärke der Ludwigshafener Feuerwehr in den kommenden Jahren von 39 auf insgesamt 51 Funktionen steigen.
Vorrang hat die Stationierung einer Drehleiter mit zwei zusätzlichen Einsatzkräften auf der Feuerwache 3 in Oggersheim. Zudem soll ein Sonderfahrzeug für Atemschutzlogistik und Hygiene künftig mit zwei statt bisher einer Einsatzkraft besetzt werden. Dadurch soll die Erreichung des Schutzziels verbessert werden.
Die bestehende Feuerwache 3 kann den zusätzlichen Bedarf allerdings nicht aufnehmen. Dort müsste die Zahl der Einsatzkräfte von sieben auf 14 steigen. Zusätzlich braucht die Stadt einen Standort für eine Logistikeinheit der Freiwilligen Feuerwehr mit Logistikzentrum. Vorgesehen sind außerdem Flächen für Aus- und Fortbildung, ein Übungsgelände, ein Sammel- und Bereitstellungsraum sowie ein neues Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr Ruchheim.
Warum Ruchheim als Standort ausgewählt wurde
Weil die vorhandenen Liegenschaften zu wenig Entwicklungsfläche bieten, soll im Westen Ludwigshafens eine neue Liegenschaft für Brand- und Katastrophenschutz entwickelt werden. Die Verwaltung prüfte dafür zahlreiche Faktoren. Ausschlaggebend waren unter anderem die strategische Lage im Stadtgebiet, die Verkehrsanbindung, kurze Anfahrtszeiten – besonders in den Nordwesten – sowie verfügbare Außenflächen für Übungen.
Die Stadtverwaltung entschied sich deshalb für ein Areal nördlich der A650, nordwestlich der dortigen Polizeiautobahnstation und Autobahnmeisterei. Der Standort soll nicht nur den Nordwesten, sondern grundsätzlich das gesamte Stadtgebiet besser abdecken.
Öffentliche Beteiligung vor dem Ratsbeschluss
Stadtspitze, Feuerwehr und Verwaltung stellten die Planungen vor der Abstimmung in mehreren Schritten öffentlich vor. Am 14. September 2026 informierten sie den Hauptausschuss und Medien. Einen Tag später wurde der Brandschutzbedarfsplan bei einer Bürgerversammlung im Gemeinschaftshaus Ruchheim vorgestellt. Bürgerinnen und Bürger konnten Fragen stellen und Anregungen einbringen.
Der vollständige Brandschutzbedarfsplan, ein Erklärvideo und ein Antwortenkatalog zu häufigen Fragen über den vorgesehenen Standort sind laut Stadt auf ludwigshafen.de abrufbar.
„Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger steht für uns an erster Stelle. Mein ausdrücklicher Dank gilt der Feuerwehr, die mit der Erarbeitung des Brandschutzbedarfsplans ein in jeder Hinsicht valides Fundament für das weitere Verfahren gelegt hat. Dieses werden wir im Dialog miteinander und dem klaren Schutzziel vor Augen weiterverfolgen, wie es sich für gute demokratische Prozesse gehört“
Das erklärte Oberbürgermeister Prof. Dr. Klaus Blettner nach der Entscheidung.