Für zwei städtische Alten- und Pflegeheime in Ludwigshafen ist ein umfangreiches Hitzeschutzprogramm geplant. Das Haus Friesenheim und das Dr. Hans Bardens-Haus sollen ab 2027 baulich und technisch besser auf länger anhaltende sommerliche Hitzeperioden vorbereitet werden. Möglich macht das eine Förderung von einer Million Euro aus dem Sondervermögen des Landes Rheinland-Pfalz für Bildung, Klima und Infrastruktur.

Die entsprechenden Beschlüsse fasste der Stadtrat am 21. September 2026. Das Gesamtkonzept für beide Einrichtungen umfasst Investitionen von rund 1,15 Millionen Euro. Die Umsetzung der baulichen Maßnahmen ist derzeit vor allem für die Jahre 2027 und 2028 vorgesehen.

Bewohner besonders durch Hitze belastet

Nach Angaben des Klinikums Ludwigshafen, zu dem die beiden Häuser gehören, sind die Bewohnerinnen und Bewohner während längerer Hitzeperioden besonders gefährdet. Alter, Pflegebedürftigkeit und häufig vorhandene Erkrankungen können die Belastung durch hohe Temperaturen verstärken. Auch die Mitarbeitenden sind in den betroffenen Bereichen regelmäßig über längere Zeit tätig.

„Wir sind sehr dankbar, dass wir mit der Förderung gezielt in den Hitzeschutz unserer Alten- und Pflegeeinrichtungen investieren können. Auf die Folgen des Klimawandels wollen wir uns nachhaltig vorbereiten“, sagt Jan Stanslowski, Geschäftsführer des Klinikums Ludwigshafen.

Kühlung, Sonnenschutz und weniger Wärmeeintrag

Das Vorhaben geht über die nachträgliche Installation von Klimaanlagen hinaus. Vorgesehen ist ein abgestimmtes Konzept aus aktiver Kühlung, passivem Hitzeschutz und regenerativer Energieversorgung. Gemeinschafts- und Aufenthaltsbereiche sollen klimatisiert werden. Zusätzlich sind Kühlbereiche und sogenannte Kühlinseln geplant. Auch für die Wohnbereiche sind technische Lösungen vorgesehen.

Bereits an der Gebäudehülle soll verhindert werden, dass sich die Räume unnötig stark aufheizen. Außenjalousien und Hitzeschutzfolien sollen den Wärmeeintrag verringern. Automatisierte Türanlagen können nach dem Konzept außerdem verhindern, dass zusätzliche Wärme in die Gebäude gelangt.

„Unser Maßnahmenplan sieht ein aufeinander abgestimmtes Gesamtkonzept aus aktiver Kühlung, passivem Hitzeschutz und regenerativer Energieversorgung vor. Unser Ziel ist ganz klar: unsere Einrichtungen dauerhaft besser auf zunehmende sommerliche Hitzeperioden vorzubereiten“, erklärt Stanslowski.

Photovoltaik soll Kühltechnik mit Strom versorgen

Teil des Projekts ist auch die Energieversorgung. Auf geeigneten Dach- und möglicherweise Fassadenflächen sollen Photovoltaikanlagen entstehen. Der zusätzliche Strombedarf der Kühltechnik soll damit möglichst aus erneuerbarer Energie gedeckt werden. Das Land unterstützt über sein Sondervermögen neben Investitionen in die Pflegeinfrastruktur auch Klima- und Umweltschutz sowie die Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

Die Maßnahmen haben nach Darstellung der Träger auch eine langfristige Bedeutung für die Pflege in Ludwigshafen. In der Stadt und der Region wird in den kommenden Jahren mit einer wachsenden Zahl hochbetagter Menschen und einem steigenden Bedarf an stationären Pflegeangeboten gerechnet.

Das Haus Friesenheim im Stadtteil Friesenheim verfügt über 124 vollstationäre Pflegeplätze. Das Dr. Hans Bardens-Haus in der Gartenstadt hat 184 vollstationäre Plätze. Hinzu kommen in beiden Einrichtungen jeweils vier Kurzzeitpflegeplätze. Die Häuser wurden 1994 gegründet und stellen zusammen rund 20 Prozent der vollstationären Pflegeplätze im Stadtgebiet bereit. Insgesamt beschäftigen die Alten- und Pflegeheime der Stadt Ludwigshafen am Rhein gGmbH rund 200 Menschen in Pflege, Wirtschafts- und Versorgungsdienst, Verwaltung sowie technischem Dienst.