Die CDU-Stadtratsfraktion begrüßt, dass Ludwigshafen auf die aktuelle Hitzewelle reagiert und erste Schutzmaßnahmen umsetzt. Zugleich fordert sie ein verbindliches Gesamtkonzept: Besonders hitzegefährdete Einrichtungen sollen nach Priorität erfasst und mit konkreten Maßnahmen ausgestattet werden. Außerdem soll aus der Kälteinsel im Hackmuseum ein Netz kühler Orte an geeigneten öffentlichen Standorten entstehen.
Hintergrund der Forderung ist ein im Juni 2026 aktualisierter Leitfaden der WHO/Europa für Hitzeaktionspläne. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt darin einen systematischen und langfristigen Ansatz, um die Bevölkerung vor den gesundheitlichen Folgen extremer Hitze zu schützen. Zu den besonders gefährdeten Gruppen zählt sie ältere Menschen sowie Säuglinge und Kleinkinder.
Kälteinsel im Hackmuseum als Vorbild
Nach Darstellung der CDU wurde das Angebot im Hackmuseum insbesondere von Familien mit Kindern gut angenommen. Die jugendpolitische Sprecherin der CDU-Stadtratsfraktion, Wilhelma Metzler, sieht darin die Grundlage für ein stadtweites Angebot: Insbesondere das Angebot im Hackmuseum wurde auch von Familien mit Kindern sehr gut angenommen. Daraus könnte zukünftig ein Ludwigshafener Netz kühler Orte an geeigneten öffentlichen Standorten entstehen.
Die CDU betont, dass Hitzeschutz die gesamte Stadtbevölkerung berücksichtigen müsse. Einen besonderen Schwerpunkt sieht sie bei Kleinkindern, Schülerinnen und Schülern sowie älteren Menschen. Daniel Beiner, schulpolitischer Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, erklärt: Wir begrüßen ausdrücklich, dass der Schutz von Kleinkindern, Schülerinnen und Schülern sowie älteren Menschen verstärkt in den Blick genommen wird.
Schulen, Kitas und Spielplätze im Fokus
Für Schulen schlägt die Fraktion vor, die Gestaltung der Außenflächen und den Zustand der Gebäude gemeinsam zu betrachten. Entsiegelte und begrünte Schulhöfe, zusätzliche Schattenflächen sowie Sonnenschutz an Fenstern sollen dazu beitragen, die Hitzeexposition zu verringern und auch Innenräume bei großer Hitze erträglicher zu halten.
Auf die Prioritätenliste könnten nach den Vorstellungen der CDU unter anderem außenliegender Sonnenschutz, Begrünung, Trinkwasserangebote, Verschattungen von Spielflächen und Schulhöfen, passende Lüftungsstrategien und Sonnenschutz an Fenstern kommen. Wo es sinnvoll und möglich ist, werden außerdem energetische oder thermische Sanierungen genannt.
Besonders geschützt werden sollen Krippen- und Kitakinder. Eine technische Kühlung aller Kita-Räume sei kurzfristig nicht flächendeckend umsetzbar, so Metzler. Deshalb sollten zunächst schnell realisierbare Maßnahmen umgesetzt werden. Mittelfristig könne ein geeigneter gekühlter Rückzugsraum in Kitas ein weiterer Baustein sein.
Klare Regeln bei Hitzewarnungen gefordert
Bei Hitzewarnungen sollte nach Ansicht der CDU außerdem feststehen, wann anstrengende Aktivitäten in die kühleren Morgenstunden verlegt werden und wann auf Aktivitäten in der Mittagshitze verzichtet wird. Kurzfristige Hilfen und langfristige bauliche Anpassungen müssten zusammengedacht werden.
Die CDU will die Planungen der Stadtspitze konstruktiv und kritisch begleiten. Ziel sei, aus einzelnen Maßnahmen ein verlässliches Hitzeschutzkonzept für Ludwigshafen zu entwickeln. Die Fraktion fasst ihren Ansatz so zusammen: Die sommerliche Hitze lasse sich nicht abschalten, die Stadt könne sich jedoch besser auf die zunehmende Belastung einstellen und die Klimaanpassung vorantreiben.