Auf dem Gelände der BASF-Kläranlage in Ludwigshafen ist am 18. September 2026 erstmals eine gemeinsame Großschadensalarmübung von BASF und Bundeswehr durchgeführt worden. Geprobt wurde ein anspruchsvolles Szenario mit mehreren chemietypischen Schadenslagen, einem Brandereignis und mehreren Verletzten.

An der Übung waren rund 40 Soldatinnen und Soldaten des ABC-Abwehrregiments 750 „BADEN“ aus Bruchsal mit 13 Fahrzeugen beteiligt. Die BASF-Gefahrenabwehr stellte etwa 75 Einsatzkräfte sowie Spezialfahrzeuge für Brandbekämpfung, Rettungsdienst und Gefahrenabwehr. Beide Seiten arbeiteten unter einer gemeinsamen Einsatzleitung zusammen.

Mehrere Einsatzabschnitte auf dem Werksgelände

Die Übung war in die jährliche Regimentsübung „BADISCHER STURM“ eingebettet. Dabei trainiert das ABC-Abwehrregiment seine Fähigkeiten zur Abwehr atomarer, biologischer und chemischer Kampfstoffe. Für die gemeinsame Übung auf dem BASF-Werksgelände wurde das Szenario auf mehrere parallele Schadenslagen im Bereich der Kläranlage ausgerichtet.

Die Einsatzkräfte mussten die simulierten Gefahrensituationen erkunden, bewerten und geeignete Schutz- und Sicherungsmaßnahmen einleiten. Im Mittelpunkt standen die Abstimmung zwischen Bundeswehr, Werkfeuerwehr, Werksrettungsdienst, Standortsicherheit, Umweltschutz und dem betroffenen Betriebsbereich sowie die Koordination der verschiedenen Einsatzabschnitte.

Die Soldatinnen und Soldaten führten auf dem Gelände Spüraufträge durch. Einsatzkräfte und Großgeräte wurden noch vor Ort dekontaminiert. Nach der Übung reinigten die ABC-Abwehrkräfte der Bundeswehr ihre Fahrzeuge in einer Dekontaminationseinrichtung. Auch Mitarbeitende der BASF-Werkfeuerwehr wurden im Anschluss an das Training dekontaminiert.

Verletzte versorgt, Umwelt überwacht, Verkehr gelenkt

Im Übungsszenario versorgten Notärzte und der BASF-Rettungsdienst die simulierten Verletzten direkt vor Ort. Parallel nahm die Umweltzentrale Messungen innerhalb und außerhalb des Werksgeländes vor. Die Standortsicherheit übernahm die weiträumige Verkehrslenkung.

Damit wurden in einem einzigen Übungsablauf nicht nur Brandbekämpfung und Rettung, sondern auch Gefahrstofferkundung, Dekontamination, medizinische Versorgung, Umweltüberwachung und Verkehrsorganisation miteinander verbunden. Ziel war es, das koordinierte Vorgehen bei komplexen Lagen zu trainieren und die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen zu stärken.

Dr. Helmut Winterling, President European Site & Verbund Management, erklärte: „Für uns als Chemieunternehmen ist es selbstverständlich, unsere Expertise bei der Bewältigung komplexer Gefahrensituationen einzubringen und gemeinsam mit unseren Partnern zu trainieren. Die heutige Übung hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig eingespielte Abläufe sowie eine vertrauensvolle und effektive Zusammenarbeit im Ereignisfall sind. Unsere Einsatzkräfte und die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr haben die anspruchsvollen Aufgaben mit höchster Professionalität gemeistert”.

Oberst Dirk Metz, Kommandeur des ABC-Abwehrregiments 750 „BADEN“, sagte: „Je realitätsnäher unsere Übungen gestaltet werden können, umso effektiver ist das Training für meine Soldatinnen und Soldaten, um auf einen möglichen Einsatz vorbereitet zu sein. Mir kommt es insbesondere darauf an, die Zusammenarbeit mit zivilen Organisationen zu intensivieren und die Fähigkeit und Potentiale besser einschätzen zu können.“

Nach Angaben der BASF profitieren beide Organisationen vom unmittelbaren Erfahrungsaustausch. Die Meldung wurde am 18. September 2026 um 20:52 Uhr zuletzt aktualisiert.