Die Stadt Ludwigshafen plant ein Investitionspaket von rund 158 Millionen Euro. Die Mittel sollen aus dem Sondervermögen „Rheinland-Pfalz-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur“ kommen. Nach Angaben des Berichts könnte die Kommune das Geld aus einem Regionalbudget erhalten. Insgesamt stehen den Kommunen in Rheinland-Pfalz demnach rund 3,5 Milliarden Euro aus Bundesmitteln für Investitionen zur Verfügung.
Bevor die Mittel beantragt und eingesetzt werden können, muss Ludwigshafen regionale Umsetzungskonzepte erstellen. Diese sollen festlegen, welche Projekte ausgewählt, gebündelt und priorisiert werden. Der Stadtrat soll am Montag, 21. September, über die Zustimmung zum Antrag entscheiden. Eine endgültige Bewilligung der Finanzierung ist im Ausgangsmaterial noch nicht bestätigt.
Geld für Hitzeschutz in Kitas und Seniorenheimen
Ein Schwerpunkt des Pakets ist der Schutz vor Hitze. Rund 7,5 Millionen Euro sind für die Ludwigshafener Kindertagesstätten vorgesehen. Jede Einrichtung soll in einem zentralen Raum eine leistungsfähige Klimaanlage erhalten. Die Stadt rechnet mit durchschnittlich etwa 75.000 Euro pro Kita.
Die Klimaanlagen könnten nach Darstellung des Berichts allerdings nur ein erster Schritt sein. Das Land Rheinland-Pfalz arbeite derzeit an einem weiteren Förderprogramm zum Hitzeschutz in Kitas. Ob und wann daraus zusätzliche Maßnahmen für Ludwigshafen folgen, bleibt offen.
Auch ältere Menschen sollen von den geplanten Investitionen profitieren. Die beiden städtischen Seniorenheime sollen rund eine Million Euro erhalten. Für die Seniorenresidenzen der GAG sind zusätzlich etwa 4,5 Millionen Euro vorgesehen. Damit umfasst der Hitzeschutz-Teil des Pakets sowohl Einrichtungen für Kinder als auch Angebote für ältere Menschen.
Volkshochschule im Bürgerhof soll modernisiert werden
Für die Volkshochschule im Bürgerhof plant die Stadt weitere 23 Millionen Euro. Das Gebäude soll saniert und technisch modernisiert werden. Vorgesehen sind Arbeiten an der Gebäudetechnik, den Elektroinstallationen, den Fußböden und den Sanitäranlagen. Diese Bestandteile stammen laut Bericht noch aus der Zeit des Umzugs im Jahr 1982.
Zusätzlich sollen Aufenthaltsbereiche für Teilnehmerinnen und Teilnehmer entstehen. Solche Bereiche habe es bisher nicht gegeben. Die VHS will die künftige Gestaltung nicht allein festlegen: Während der „Langen Nacht der Demokratie“ am Freitag, 25. September, ist ein Beteiligungsworkshop geplant. Dort können Interessierte Wünsche und Vorschläge einreichen. Der Bericht nennt für diese Termine keinen Jahreszusatz; der Quellenstand ist der 18. September 2026.
Friedrich-Ebert-Halle: Sanierung oder Neubau
Ein besonders großer Anteil des geplanten Sondervermögens ist für eine multifunktionale Mehrzweckhalle vorgesehen. Dafür stehen rund 80 Millionen Euro im Paket. Noch ist nicht entschieden, wie dieses Vorhaben umgesetzt wird.
Eine Möglichkeit wäre, die Friedrich-Ebert-Halle umfassend zu modernisieren und zu sanieren. Die andere Option ist der Bau einer neuen Multihalle. Zunächst soll eine umfangreiche Bauzustandsuntersuchung klären, in welchem Zustand sich die bestehende Friedrich-Ebert-Halle befindet. Erst auf dieser Grundlage kann die Stadt die beiden Varianten näher bewerten. Eine Entscheidung für Sanierung oder Neubau wird im Ausgangsmaterial nicht genannt.
Umweltverbundbrücke südlich des Hauptbahnhofs
Das Investitionspaket enthält außerdem ein Verkehrsprojekt für den Rad- und Fußverkehr. Südlich des Ludwigshafener Hauptbahnhofs soll eine Umweltverbundbrücke über die Bahnschienen entstehen. Sie soll eine direkte und autofreie Verbindung zwischen der Ernst-Boehe-Straße im Westen und der Richard-Dehmel-Straße im Osten schaffen.
Geplant ist eine Brücke mit einer Breite von bis zu acht Metern. Sie soll barrierefreie Zugänge und eine gute Verkehrsanbindung erhalten. Nach der Darstellung im Bericht soll die Verbindung den Rad- und Fußverkehr attraktiver machen. Das Vorhaben ist damit als Teil des geplanten Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur und der umweltfreundlichen Mobilität vorgesehen.
Stadt verweist auf angespannte Haushaltslage
Hinter dem Paket stehen laut Bericht finanzielle und strukturelle Probleme der Stadt. Oberbürgermeister Klaus Blettner erklärte, die Projekte sollten für die Bürgerinnen und Bürger im Alltag spürbar werden. Das Sondervermögen ermögliche Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Mobilität, Kultur und Sport, die sich Ludwigshafen wegen der strukturellen Unterfinanzierung sonst nicht leisten könne.
Auch Kämmerer Andreas Schwarz betonte die finanzielle Verantwortung. Die Stadt müsse angesichts ihrer angespannten Haushaltslage darauf achten, die verfügbaren Mittel nicht möglichst breit, sondern dort einzusetzen, wo sie langfristig den größten Nutzen für Ludwigshafen und seine Bürgerinnen und Bürger entfalten. Der nächste formale Schritt ist die Entscheidung des Stadtrats über die Zustimmung zum regionalen Umsetzungskonzept beziehungsweise zur Beantragung der Mittel.