Die Krankenhausreform in Rheinland-Pfalz könnte die medizinische Versorgung in der Pfalz spürbar verändern: Die Stadtklinik Frankenthal und das evangelische Krankenhaus Bad Dürkheim sollen zu sogenannten Regiokliniken verkleinert werden. Nach dem derzeitigen Konzept gäbe es dort keine Notaufnahme mehr. Für Patientinnen und Patienten mit akuten Notfällen würde das Klinikum Ludwigshafen dadurch zu einem noch wichtigeren Anlaufpunkt in der Region.
Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums sollen landesweit sieben von rund 80 Kliniken zu Regiokliniken werden. Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) stellte die neuen Standorte am Dienstag vor. Rheinland-Pfalz sei nach eigenen Angaben das erste Bundesland, das die bundesweite Krankenhausreform in dieser Form konkret umsetze. Der SWR berichtete darüber am 1. September 2026.
Keine Notaufnahme mehr in Frankenthal und Bad Dürkheim
Die geplante Herabstufung hätte weitreichende Folgen: Herzinfarkte und Schlaganfälle könnten in den beiden Häusern künftig nicht mehr behandelt werden. Außerdem ist mit weniger Betten, weniger Personal und der Schließung einzelner Abteilungen zu rechnen. Welche Abteilungen tatsächlich betroffen sind und ab wann die Umwandlung gilt, sollte das Gesundheitsministerium bei einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag erläutern.
Für Menschen aus der Pfalz bedeutet das nach derzeitigem Stand: Akute Notfälle könnten künftig nicht mehr in Frankenthal oder Bad Dürkheim versorgt werden. Als mögliche Krankenhäuser für solche Fälle nennt der Bericht stattdessen Ludwigshafen, Grünstadt und Neustadt. Welche konkreten Wege Patientinnen und Patienten künftig nehmen müssen, hängt davon ab, für welche Behandlungen und Operationen die einzelnen Häuser zugelassen werden.
Welche Aufgaben Regiokliniken übernehmen sollen
Die neuen Regiokliniken sollen keine vollständigen Krankenhäuser ersetzen. Vorgesehen ist eine Behandlung sogenannter „Alltagsnotfälle“ – etwa Verletzungen beim Sport oder bei Heimwerkerarbeiten. Die Häuser sollen damit medizinische Leistungen anbieten, die für eine Hausarztpraxis zu umfangreich, für ein klassisches Krankenhaus aber nicht umfangreich genug sind.
Bundesweit werden diese Einrichtungen im Rahmen der Krankenhausreform als „sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen“ bezeichnet. Die Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz spricht laut Bericht von einer „abgespeckten Klinik“. Für die Bevölkerung hängt die konkrete Auswirkung der Reform deshalb stark davon ab, welche Leistungsgruppen den jeweiligen Standorten genehmigt werden.
Klinikum Ludwigshafen soll mehr komplexe Fälle übernehmen
Parallel zur möglichen Verkleinerung der Kliniken in Frankenthal und Bad Dürkheim soll das Klinikum Ludwigshafen gestärkt werden. Das KliLu soll ab dem 1. Januar 2027 insgesamt 39 Leistungsgruppen erhalten. Damit könnte das Haus weiterhin ein breites Spektrum komplexer medizinischer Leistungen anbieten.
Dazu zählen nach dem Bericht Herzchirurgie, Schlaganfallversorgung, Neurochirurgie, Geburtshilfe und Intensivmedizin. Ludwigshafen wird dadurch als Standort für die medizinische Schwerpunkt- und Maximalversorgung in der Region gestärkt. Welche Abteilungen in Frankenthal und Bad Dürkheim tatsächlich geschlossen werden und wann die neue Struktur beginnt, war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht abschließend bekannt.