Das Klinikum Ludwigshafen erhält im Krankenhausplan Rheinland-Pfalz 2027 insgesamt 39 Leistungsgruppen. Die Zuweisung wurde am 1. September 2026 im Ausschuss für Gesundheit, Wissenschaft und Weiterbildung des Landtags bekanntgegeben. Wirksam wird die neue Einteilung am 1. Januar 2027.
Für die Menschen in Ludwigshafen und der Region bedeutet der Beschluss: Der Klinikstandort ist im künftigen Plan mit einem breiten Spektrum medizinischer Leistungen berücksichtigt. Die Leistungsgruppen bündeln jeweils medizinisch zusammengehörende Behandlungen und legen genauer als die bisherige Einteilung nach Fachabteilungen und Betten fest, welche Leistungen ein Krankenhausstandort künftig erbringen darf.
Welche medizinischen Bereiche zugewiesen wurden
Zum Spektrum gehören unter anderem die Allgemeine Innere Medizin, die Allgemeine Chirurgie, die Allgemeine Neurologie, Geriatrie, Palliativmedizin und Intensivmedizin. Ebenfalls berücksichtigt sind komplexe Fachbereiche wie Gastroenterologie, Nephrologie, Pneumologie und Rheumatologie.
Für die Herz- und Gefäßmedizin wurden unter anderem EPU/Ablation, interventionelle Kardiologie, kardiale Devices, minimalinvasive Herzklappenintervention, Herzchirurgie sowie operative und interventionelle Gefäßbehandlungen aufgenommen. Hinzu kommen die Behandlung von Bauchaortenaneurysmen und Eingriffe an der Carotis.
Die chirurgischen Leistungsgruppen umfassen außerdem Thoraxchirurgie, Lebereingriffe, Ösophaguseingriffe, Pankreaseingriffe und tiefe Rektumeingriffe. Weitere Zuweisungen betreffen Augenheilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Urologie sowie allgemeine Frauenheilkunde, Ovarialkarzinome, Senologie und Geburten.
Im Bereich der spezialisierten Versorgung nennt die Liste Stammzelltransplantation, Leukämie und Lymphome, Neurochirurgie, eine Stroke Unit, Neuro-Frührehabilitation der Phase B, HNO, Cochlea-Implantate sowie einen perinatalen Schwerpunkt.
Neue Anforderungen an Kliniken
Mit jeder Leistungsgruppe sind konkrete Vorgaben verbunden. Dazu zählen Anforderungen an verwandte Fachbereiche, die technische und räumliche Ausstattung, ärztliches und pflegerisches Personal sowie weitere Struktur- und Prozessmerkmale. Die Zuweisung ist damit nicht nur eine Auflistung von Behandlungen, sondern Teil der aktuellen Krankenhausreform.
Jan Stanslowski, kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Ludwigshafen, sieht in der Zahl und Differenzierung der Gruppen eine besondere Bedeutung für den Standort. „Die große Zahl und Differenzierung der Leistungsgruppen unterstreicht die besondere Verantwortung des Klinikums innerhalb der rheinland-pfälzischen Krankenhauslandschaft. Sie schafft eine wichtige Grundlage, um das Maximalversorgungsangebot weiterzuentwickeln und komplexe Erkrankungen auch künftig interdisziplinär zu behandeln“, erklärte er.
Nach Angaben des Klinikums spiegelt die Zuweisung außerdem die Medizinstrategie für die Jahre 2025 bis 2030 wider. Diese sei von allen Berufsgruppen mit großer Entschlossenheit umgesetzt worden, sagte Stanslowski.
Dr. Eefje Barber, medizinische Geschäftsführerin des KliLu, verwies auf das breit gefächerte medizinische Leistungsspektrum in zahlreichen Kliniken, Zentren und Instituten. Unterstützt werde dieses durch moderne Ausstattung und Medizintechnik der neuesten Generation. Der Krankenhausplan 2027 bildet damit die Grundlage für die weitere Entwicklung des Standorts ab dem kommenden Jahr.