Autofahrer in Ludwigshafen müssen sich für 2027 auf besonders ungünstige Voraussetzungen bei der Kfz-Haftpflicht einstellen: Die Stadt erreicht in der aktualisierten Schadenbilanz des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Regionalklasse 10. Damit liegt Ludwigshafen nach Angaben des Verbands mit deutlichem Abstand an der Spitze in Rheinland-Pfalz.

Die Einstufung wirkt sich auf die Berechnung von Kfz-Versicherungsbeiträgen aus. Der Wohnort ist neben dem Fahrzeugmodell ein weiterer Faktor, weil sich die Häufigkeit von Unfällen und Pannen regional stark unterscheidet. Für die Menschen in Ludwigshafen kann die hohe Regionalklasse deshalb zu höheren Kosten für die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung führen.

Was die Regionalklasse bedeutet

In der Kfz-Haftpflicht gibt es zwölf Regionalklassen. Je höher die Klasse ausfällt, desto ungünstiger ist die Schadenbilanz des jeweiligen Zulassungsbezirks. Ludwigshafen wird für 2027 der Klasse 10 zugeordnet. Die Haftpflichtversicherung übernimmt dabei nur Schäden, die Autofahrer am Eigentum oder an der Gesundheit anderer Menschen verursachen.

Die neue Einstufung bedeutet nicht automatisch, dass jede einzelne Police im gleichen Umfang teurer wird. Der konkrete Beitrag hängt auch vom Automodell und weiteren Merkmalen des Versicherungsvertrags ab. Die Regionalklasse ist jedoch ein wichtiger Bestandteil der Kalkulation.

Ludwigshafen deutlich vor Mainz

Dass die Stadtgröße allein die Schadenbilanz bestimmt, lässt sich aus dem Ranking nicht ableiten. Zwar schneiden Großstädte laut GDV häufig schlechter ab als ländliche Regionen. Einen linearen Zusammenhang zwischen der Einwohnerzahl und der Zahl der Autoschäden gibt es laut Verband jedoch nicht.

Das Beispiel Mainz unterstreicht diesen Unterschied: Die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz wird der Regionalklasse 7 zugeordnet und liegt damit unter Ludwigshafen. Am anderen Ende des Landesrankings steht der Kreis Cochem-Zell mit der Schadenklasse 1. Ebenfalls in dieser niedrigsten Klasse werden Bernkastel-Wittlich, Birkenfeld, Bitburg-Prüm, Daun, Idar-Oberstein und Kusel geführt.

Was für Kasko-Versicherte gilt

Bei den Kaskoversicherungen fällt das Bild für Rheinland-Pfalz gemischter aus. Nach den GDV-Angaben gibt es in sieben Bezirken bessere Einstufungen bei der Vollkasko und in fünf Bezirken bessere Einstufungen bei der Teilkasko. In vier Bezirken werden die Klassen dagegen höher angesetzt.

Für die große Mehrheit der Kaskoversicherten ändert sich zunächst nichts: Mehr als 80 Prozent der rund 2,1 Millionen Versicherten behalten die Regionalklasse des Vorjahres. In der Kfz-Haftpflicht sind in Rheinland-Pfalz insgesamt ungefähr ein Fünftel der rund 2,3 Millionen Autofahrenden von höheren Regionalklassen betroffen. Für rund zwölf Prozent gelten niedrigere Klassen.