Ludwigshafen will sich mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket besser gegen extreme Hitze wappnen. Die Stadt plant Investitionen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich und will dafür Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes nutzen. Der Stadtrat muss dem Vorhaben allerdings noch zustimmen.

Im Mittelpunkt stehen Menschen, die unter hohen Temperaturen besonders leiden: Kinder, ältere Menschen und Pflegebedürftige. Nach Angaben der Stadt soll jede Kindertagesstätte besseren Sonnenschutz und zusätzliche Verschattung erhalten. Auch die beiden städtischen Senioreneinrichtungen sind vorgesehen. Dort sollen klimatisierte Räume als Rückzugsorte dienen.

Wilhelm-Hack-Museum wird bei Hitze zum Rückzugsort

Eine kurzfristig umsetzbare Maßnahme gibt es bereits: An besonders heißen Tagen ist der Eintritt ins Wilhelm-Hack-Museum kostenlos. Ab einer Temperatur von 32 Grad können Bürgerinnen und Bürger die klimatisierten Räume zur Abkühlung nutzen. Das Museum wird auf 22 Grad heruntergekühlt, damit die Kunstwerke geschützt bleiben. Künftig sollen die Räume zugleich als öffentlich zugänglicher Schutz vor der Hitze dienen.

Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU) warnte davor, nach dem Ende einer Hitzewelle wieder in den bisherigen Alltag zurückzukehren. Längere Hitzeperioden seien für Menschen und Natur eine wachsende Herausforderung. In einer Mitteilung der Stadt sagte er: „Wir müssen uns vorbereiten und dauerhaft Vorsorge treffen,“

Mehr Grün, Schatten und Trinkwasser für Plätze

Die Stadt will außerdem mehrere öffentliche Plätze zumindest teilweise begrünen. Vorgesehen sind der Theaterplatz, der Karl-Kornmann-Platz und der Hans-Klüber-Platz. Dort sollen unter anderem zusätzliche Pflanzen wachsen und Trinkbrunnen gebaut werden. Auch der Bürgerhof soll begrünt und widerstandsfähiger gegen Hitze gestaltet werden.

Baudezernent Alexander Thewalt (parteilos) erklärte, die Ludwigshafener sollten erkennen können, dass die Stadt auf Klimaanpassung setzt. Mehr Grün, Schatten und Trinkwasser verbesserten nicht nur das Stadtklima. Sie seien zunehmend auch dafür entscheidend, ob sich Menschen an heißen Tagen im öffentlichen Raum sicher und gerne aufhielten.

Entsiegelung von Asphaltflächen geplant

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entsiegelung. Asphaltierte Flächen auf Schulhöfen, Straßen und Plätzen sollen entfernt oder umgestaltet werden, damit Ludwigshafen die Hitze besser abfedern kann. Laut zwei im Bericht genannten Studien ist Ludwigshafen die am stärksten versiegelte Stadt Deutschlands.

Die angekündigten Projekte versteht die Verwaltung ausdrücklich nur als Anfang. Klimaschutz und Klimaanpassung seien eine kontinuierliche Aufgabe. Ludwigshafen solle Schritt für Schritt grüner, schattiger und widerstandsfähiger gegenüber Hitze werden. Die Finanzierung aus dem Bundes-Sondervermögen ist jedoch erst möglich, wenn der Stadtrat die Pläne beschlossen hat.