Im Heinrich Pesch Haus (HPH) in Ludwigshafen startet im Oktober ein neues Ehrenamtsprojekt gegen Einsamkeit und fehlende Unterstützung im Alltag. Für „Da-sein füreinander“ sucht die Familienbildung Menschen, die einmal pro Woche rund zwei Stunden junge Familien mit kleinen Kindern oder Seniorinnen und Senioren begleiten.

Das Angebot richtet sich nicht nur an ältere Menschen. Nach Angaben des Heinrich Pesch Hauses erleben auch junge Eltern und Alleinerziehende zunehmend, dass ihnen im Alltag soziale Kontakte und praktische Unterstützung fehlen. Die Ehrenamtlichen sollen dort ansetzen, wo Gesellschaft und menschliche Nähe gebraucht werden.

Gesucht werden Zeit und Aufmerksamkeit

Was die Helferinnen und Helfer konkret tun, richtet sich nach den Bedürfnissen der besuchten Menschen. Möglich sind Gespräche, gemeinsames Spazierengehen oder einfach einige Stunden Gesellschaft. Wer Familien begleitet, kann mit Kindern spielen oder ihnen vorlesen.

Eine professionelle Betreuung oder fachliche Hilfe ist mit dem Einsatz nicht verbunden. Die Aufgabe besteht laut Projektbeschreibung vor allem darin, präsent zu sein, zuzuhören und den Alltag ein Stück leichter zu machen. Freude am Umgang mit Menschen, mit Familien und möglichst auch mit kleinen Kindern sollten Interessierte mitbringen.

Vor dem Einsatz führt Kerstin Hofmann, Leiterin der Familienbildung im HPH, mit allen Interessierten ein persönliches Gespräch. Voraussetzung für die ehrenamtliche Tätigkeit ist ein polizeiliches Führungszeugnis. Außerdem gibt es vor dem Start eine Schulung. Während des Projekts werden die Ehrenamtlichen begleitet; bei Fragen oder Problemen ist das Team der Familienbildung ansprechbar.

Jugendamt unterstützt die Vermittlung

Die Unterstützung soll für die Teilnehmenden kostenfrei und unbürokratisch bleiben. Kooperationspartner aus dem schulischen und sozialen Bereich helfen dabei, gezielt Menschen zu erreichen, die besonders dringend Begegnung und Entlastung benötigen.

Auch das Ludwigshafener Jugendamt ist mit seiner Abteilung Frühe Hilfen beteiligt. Die Mitarbeitenden erkennen nach Angaben des HPH frühzeitig, wenn Familien soziale Netzwerke oder Unterstützung im Alltag brauchen. Susann Schmidt, Abteilungsleitung Jugendhilfeplanung, Frühe Hilfen und Familienbildung im Stadtjugendamt Ludwigshafen, sagt: „Oft braucht es dann noch keine intensive Hilfe. Es braucht jemanden, der im Alltag entlastet, der zuhört und einfach da ist.“ Sie ergänzt: „Wir sind dankbar, dass sich die Familienbildung hier engagiert.“

Projekt zunächst auf ein Jahr angelegt

Finanziert wird „Da-sein füreinander“ durch die Förderung der Postcode-Lotterie. Zunächst ist das Projekt auf ein Jahr begrenzt. Die Familienbildung hofft jedoch, das Angebot anschließend fortsetzen zu können.

Wer sich engagieren möchte oder Fragen hat, kann sich direkt an Kerstin Hofmann wenden: telefonisch unter 0621 5999171 oder per E-Mail an [email protected].