Fußgönheim. Ein Pfarrer kauft gemeinsam mit seiner Frau ein eigenes Haus – und die Evangelische Kirche der Pfalz droht mit Konsequenzen. Der Streit um das Pfarrhaus in Fußgönheim könnte nach Angaben der Rheinpfalz Auswirkungen auf die Regeln für Pfarrhäuser in der gesamten pfälzischen Landeskirche haben.

Im Mittelpunkt steht Pfarrer Wolfram Kerner. Er lebte mit seiner Familie 16 Jahre im protestantischen Pfarrhaus in Fußgönheim. Obwohl er inzwischen ein eigenes Haus gekauft hat, betreut er dort weiterhin das Pfarrbüro.

Kirche muss bei Gebäuden sparen

Der Konflikt fällt in eine Zeit, in der die Evangelische Kirche der Pfalz vor erheblichen finanziellen Herausforderungen steht. Der Rückgang der Kirchenmitglieder führt zu knapperen Kassen. Bis 2035 sollen deshalb rund 60 Millionen Euro eingespart werden.

Im Rahmen des Programms „Räume für morgen“ wurden alle Kirchengemeinden aufgefordert, über mögliche Einsparungen bei den Gebäudekosten nachzudenken. Damit rückt auch die Frage in den Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen Pfarrerinnen und Pfarrer kirchliche Pfarrhäuser nutzen sollen – und welche Folgen ein eigener Wohnsitz haben kann.

Fall mit Bedeutung über Fußgönheim hinaus

Der Fall betrifft damit nicht nur die Gemeinde in Fußgönheim. Die Rheinpfalz beschreibt ihn als möglichen Auslöser für eine Veränderung der Regeln in der gesamten Evangelischen Kirche der Pfalz. Welche konkreten Konsequenzen für den Pfarrer oder die künftige Nutzung des Pfarrhauses folgen, geht aus dem vorliegenden Bericht nicht hervor.