Die Zukunft der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen ist offen. Ein Gutachten soll klären, ob die denkmalgeschützte Eberthalle saniert werden kann oder ob die Stadt langfristig eine neue Multifunktionshalle bauen muss. Das Ergebnis wird in der ersten Hälfte des Jahres 2027 erwartet.

Die Stadt will nach Angaben von Ludwigshafen24 ein Sondervermögen nutzen, um die dringend notwendige Zukunftsentscheidung anzugehen. Bereits 2020 war die BEVENUE GmbH in einer umfangreichen Studie zu dem Schluss gekommen, dass das Gebäude saniert werden müsse. Für die Instandsetzung und Modernisierung stehen rund 80 Millionen Euro im Raum.

Stadt bevorzugt Erhalt des Baudenkmals

Die Friedrich-Ebert-Halle wurde 1965 eröffnet und prägt mit ihrer besonderen Dachkonstruktion seit Jahrzehnten das Stadtbild. Die Multifunktionshalle diente als Sportstätte, Konzertsaal, Fernsehstudio und Eventhalle. Bis heute wird sie genutzt, unter anderem als Heimspielstätte des Handball-Bundesliga-Teams TSG Ludwigshafen-Friesenheim.

Oberbürgermeister Klaus Blettner erklärte in der Stadtratssitzung vom 21. September, die bevorzugte Lösung sei der Erhalt.

„Unsere bevorzugte Variante ist dabei klar. Wenn es baulich und wirtschaftlich verantwortbar ist, wollen wir die Friedrich-Ebert-Halle einschließlich ihres Umfelds und der Parkflächen fit für die Zukunft machen“
Falls der Sanierungsaufwand und die damit verbundenen Kosten jedoch zu hoch ausfallen, müsste die Stadt über einen Neubau nachdenken.

In diesem Fall wären unter anderem ein geeigneter Standort, die Anforderungen an eine neue Mehrzweckhalle und die weitere Verwendung der bestehenden Eberthalle zu klären. Blettner warnte zugleich davor, diese Debatte zu führen, bevor die Fakten aus dem Gutachten vorliegen. Die Fragen sollten nicht „auf Verdacht“ entschieden werden.

Halle mit großer Veranstaltungsgeschichte

Die Eberthalle war besonders in den 1970er-Jahren ein bedeutender Veranstaltungsort. Damals fanden dort Welt- und Europameisterschaften im Judo, Turnen und Gewichtheben statt. Später wurde es ruhiger: Die Kegel-Weltmeisterschaft 1994 war laut Bericht die letzte größere Weltmeisterschaft in der Halle.

Auch andere bekannte Veranstaltungen finden dort schon länger nicht mehr statt. Die Verleihung der Goldenen Stimmgabel mit Dieter Thomas Heck wird seit 2007 nicht mehr in Ludwigshafen aufgezeichnet. 2012 kehrte zudem die Veterama nach rund 20 Jahren der Eberthalle den Rücken.

Im Stadtrat sprachen sich alle Parteien grundsätzlich für den Erhalt der Halle aus. Heike Heß von der Grünen-Fraktion verwies dabei auf bereits verlorene markante Gebäude in Ludwigshafen:

„Nach dem Verlust des BASF-Hochhauses, der Tortenschachtel und des Rathauses gilt es, alle denkbaren Anstrengungen zu unternehmen, um keine weiteren Baudenkmäler zu verlieren“

Zuletzt war außerdem der Würfelbunker abgerissen worden, um den Bau der Helmut-Kohl-Allee voranzutreiben. Eine endgültige Entscheidung über Sanierung oder Neubau der Friedrich-Ebert-Halle soll aber erst nach Vorlage des Gutachtens getroffen werden.