Ein Erdbeben hat am Donnerstagnachmittag, 10. September 2026, den Raum Worms und Bobenheim-Roxheim erschüttert. Die Bewegungen waren nach Angaben des Erdbebendienstes Südwest in weiten Teilen der Vorderpfalz und auf der anderen Rheinseite in Mannheim zu spüren. Auch aus Ludwigshafen wurden Wahrnehmungen gemeldet. Größere Schäden oder Verletzte sind bislang nicht bekannt.
Das Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz veröffentlichte inzwischen erste konkrete Messdaten. Demnach registrierte der Erdbebendienst Südwest das Beben automatisch mit einer Magnitude von 3,4. Das Epizentrum wurde im Raum Worms unmittelbar bei Bobenheim-Roxheim lokalisiert.
Beben um 17.27 Uhr deutscher Zeit
Das Erdbeben ereignete sich laut Landesamt um 15:27:16 Uhr UTC. In Deutschland entsprach das 17:27:16 Uhr deutscher Sommerzeit. Für das Epizentrum wurden die Koordinaten 49,600 Grad nördlicher Breite und 8,400 Grad östlicher Länge angegeben. Die vom Landesamt veröffentlichte Karte zeigt den Ausgangspunkt der Erschütterung unmittelbar im Bereich Bobenheim-Roxheim südlich von Worms.
Die Herdtiefe konnte in der ersten automatischen Auswertung noch nicht eindeutig bestimmt werden. Die Qualität der automatischen Lokalisierung wurde mit B bewertet. Das Landesamt weist zugleich darauf hin, dass automatisch ermittelte Erdbebendaten zunächst vorläufig sind und durch eine spätere wissenschaftliche Auswertung noch verändert werden können.
Erste Auswertungen verschiedener Erdbebendienste lagen laut dem Bericht zwischen einer Magnitude von 3,3 und 3,4. Damit handelt es sich um ein deutlich wahrnehmbares, aber nach bisherigem Kenntnisstand nicht schadenträchtiges Ereignis.
Wackelnde Häuser in Frankenthal und Ludwigshafen
Besonders viele Rückmeldungen kamen aus Frankenthal und der näheren Umgebung. Menschen berichteten, dass Häuser plötzlich spürbar wackelten und Gegenstände in Bewegung gerieten. Weil die Erschütterung unerwartet kam, vermuteten manche zunächst ein schweres Fahrzeug vor dem Haus oder einen umgestürzten Gegenstand in der Nähe.
Auch aus Bobenheim-Roxheim, Ludwigshafen und weiteren Orten der Vorderpfalz wurden Wahrnehmungen gemeldet. Die Erschütterungen beschränkten sich damit nicht auf den unmittelbaren Bereich des Epizentrums, sondern waren in einem großen Teil der Metropolregion Rhein-Neckar zu spüren.
Auf der baden-württembergischen Rheinseite wurde das Beben unter anderem in Mannheim wahrgenommen. Rückmeldungen kamen aus der Neckarstadt, den Quadraten, der Schwetzingerstadt und Schwetzingervorstadt sowie aus Almenhof, Käfertal, Gartenstadt, Rheinau, Schönau und Neuostheim. Berichtet wurde von wackelnden Häusern und Sofas sowie einem kurzen Rumpeln. Mehrfach beschrieben Menschen die Situation als erschreckend oder „gruselig“.
Oberrheingraben gilt als seismisch aktives Gebiet
Erdbeben sind in der Region geologisch nicht ungewöhnlich. Der Oberrheingraben gehört zu den Gebieten Deutschlands mit erhöhter Erdbebengefährdung. Nach Angaben des Landesamtes treten in Rheinland-Pfalz jedes Jahr Hunderte Erdbeben auf. Die meisten davon sind so schwach, dass sie von der Bevölkerung nicht bemerkt werden. Einzelne Erdstöße erreichen jedoch eine Stärke, bei der die Erschütterungen deutlich spürbar sind.
Zur Überwachung der seismischen Aktivität betreibt das Landesamt gemeinsam mit weiteren Stellen den Erdbebendienst Südwest. Ein Netz von Messstationen liefert die Grundlage für die automatische Lokalisierung und die anschließende wissenschaftliche Auswertung.
In der Region wurde außerdem von ungewöhnlichem Verhalten einzelner Haustiere berichtet. Demnach sollen manche Tiere bereits etwa zehn Minuten vor dem Beben auffällig gewesen sein oder während der Erschütterung Unruhe gezeigt haben. Solche Beobachtungen gelten laut Bericht jedoch nicht als wissenschaftlicher Nachweis dafür, dass Haustiere Erdbeben zuverlässig vorhersagen können.
Nach dem derzeitigen Stand liegen keine Meldungen über größere Schäden oder Verletzte vor. Die weitere Bewertung hängt von den noch ausstehenden Auswertungen und möglichen späteren Schadensmeldungen ab.