In Ludwigshafen steht die westliche und nördliche Innenstadt vor einem tiefgreifenden Wandel. Nach dem Abriss der Hochstraße Nord und des Rathaus-Centers soll auf einer 39 Hektar großen Fläche das neue Quartier City West entstehen. Geplant ist ein nachhaltiges und umweltfreundliches Stadtgebiet mit Wohnungen, Arbeitsplätzen, Bildungsangeboten und Freizeiteinrichtungen.
Der Rahmenplan City West wurde vom Bau- und Grundstücksausschuss einstimmig gebilligt. Damit liegt eine zentrale planerische Grundlage für die weitere Entwicklung vor. Die Stadt will die innenstadtnahen Bereiche künftig stärker miteinander verbinden und zugleich deren Aufenthalts- und Freizeitwert erhöhen.
Neue Verbindungen zwischen Nord und Süd
Eine wichtige Rolle spielt der Ersatz der Hochstraße Nord. An ihre Stelle soll die 860 Meter lange und bis zu 35 Meter breite Helmut-Kohl-Allee treten. Nach dem Wegfall der Hochstraße sollen die beiden Stadtteile Nord und Süd stärker zusammenwachsen.
Die Fraktionen drängen dabei auf gute Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer. Auch der Friedenspark soll erweitert werden, um die Freizeitqualität des Quartiers zu verbessern. Bei der Planung der neuen Bereiche soll nach Angaben der Stadt zudem darauf geachtet werden, dass sogenannte Angsträume vermieden werden. Das betrifft auch die unterirdische Straßenbahnhaltestelle.
„Angsträume werden wir vermeiden“
Das sagte Michael Bentz, Bereichsleiter Stadtplanung, mit Blick auf die künftige Gestaltung. Oberbürgermeister Klaus Blettner bezeichnete die Entwicklung als „große Chance für eine Stadtreparatur“.
Schulstandort und weitere Projekte
Im nördlichen Bereich des neuen Quartiers soll nach Aussage der Verwaltung ein neuer Schulstandort entstehen. Dabei geht es auch um eine möglichst flexible Nutzung: Kinder sollen die Einrichtung nach dem Wunsch von Christoph Heller (CDU) über Schulbezirksgrenzen hinweg besuchen können.
„Die Kinder sollen über Schulbezirksgrenzen hinweg die Einrichtung hinweg besuchen können“
Weitere Planungen betreffen die Benckiser-Villa und das Umfeld des Hauptbahnhofs. Für die Reaktivierung der Villa kündigte Blettner eine Machbarkeitsstudie an. Die Fraktionen forderten außerdem, den Bereich rund um den Hauptbahnhof bei den nächsten Planungsschritten aufzuwerten.
Die ersten Planungen für City West reichen bereits zehn Jahre zurück. Nun sollen zwei Bebauungspläne aufgestellt werden, damit aus dem Rahmenplan konkrete Vorhaben entstehen können. Einen weiteren Schritt plant die Stadt im Oktober: Das Generationenprojekt, das künftig den Namen Rheintor-Quartier tragen soll, soll bei der Immobilienmesse Expo Real in München vorgestellt werden.