Ein neues Café in Ludwigshafen soll wohnungslosen Frauen einen geschützten Ort bieten. Im Café MittenDrin in der Schuckertstraße 37 erhalten sie kostenlose Mahlzeiten, können duschen, Wäsche waschen und sich ausruhen. Das Angebot des Diakoniewerks Zoar soll Frauen außerdem dabei helfen, sich vor Gewalt zu schützen und ihre Lebenssituation langfristig zu stabilisieren.
Geöffnet ist das Café laut dem Bericht von Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 14 Uhr. Für persönliche Gegenstände stehen Schließfächer zur Verfügung. Frauen können das Angebot nutzen, ohne sich zu einem bestimmten Beratungsthema äußern zu müssen. Unterstützung beim Ausfüllen von Dokumenten oder beim Einrichten einer Postadresse gehört ebenfalls zum Konzept.
Hilfe bei Gewalt, Wohnungssuche und Finanzsorgen
Anja Seepe vom Diakoniewerk Zoar, die die Eingliederungs- und Jugendhilfe leitet, beschreibt das Café als bewusst niedrigschwelliges Angebot. „Die Themen werden nicht festgelegt“, sagt Anja Seepe vom Diakoniewerk Zoar. Frauen kämen mit sehr unterschiedlichen Anliegen, darunter familiäre Angelegenheiten, Gewalterfahrungen, Finanzsorgen und die Suche nach einer Wohnung.
Beratung ist möglich, aber freiwillig. Wer weitere Unterstützung benötigt, soll an passende Beratungsstellen vermittelt werden. Genannt werden Hilfen bei Suchtproblemen, Gewalterfahrungen und der Wohnungssuche. Eine Postadresse kann besonders wichtig sein, wenn eine Frau in einer gewaltvollen Beziehung lebt, aber noch an der gemeinsamen alten Adresse gemeldet ist. Dann könne es passieren, dass sie weiterhin die Post des Arbeitsamts erhalte, heißt es im Bericht.
Viele Betroffene leben vorübergehend bei Bekannten
Das Angebot richtet sich nach Angaben von Seepe vor allem an Frauen, die von verdeckter Wohnungslosigkeit betroffen sind. Sie haben demnach häufig keine eigene Wohnung, kommen aber zeitweise bei Verwandten oder Bekannten unter. Dadurch ist ihre Wohnungslosigkeit weniger sichtbar. Die Belastungen und Sorgen bleiben dennoch bestehen.
Die Stadt Ludwigshafen unterstützt nach Angaben des Berichts das Ziel, die Lebenssituation der Frauen zu stabilisieren. Finanziert wird das Projekt über die Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten.
Öffnungszeiten könnten im Winter angepasst werden
Damit möglichst viele betroffene Frauen von dem Angebot erfahren, verteilt Zoar Flyer in Frauenarztpraxen und Kirchen. Das Projekt befindet sich noch in der Anfangsphase. Deshalb ist derzeit offen, wie es sich weiterentwickelt. Denkbar sind künftig gemeinsame Ausflüge oder Gesprächsrunden.
Fest steht laut Zoar, dass die Öffnungszeiten flexibel bleiben sollen. Im Winter könnten sie beispielsweise angepasst werden, damit Frauen sich bei Kälte und Dunkelheit länger im Café aufwärmen können. Das Café MittenDrin soll damit nicht nur eine Mahlzeit und praktische Hilfe anbieten, sondern auch einen geschützten ersten Kontakt zu weiterführender Unterstützung ermöglichen.