Im Ludwigshafener BASF-Werk ist die Kühlwasserversorgung nach Angaben des Unternehmens trotz der aktuellen Hitzeperiode gesichert. Der Rhein führt weniger Wasser, zugleich steigen die Temperaturen des Flusses. Für den Chemiekonzern ist das besonders relevant, weil in den Anlagen und Produktionsprozessen große Mengen Wasser zur Kühlung benötigt werden.
Die BASF nutzt Rheinwasser für diese Aufgabe. Wird das Wasser zu warm, können Behörden die Entnahme und die Rückgabe der Wassermenge begrenzen. Hintergrund ist, dass mit steigender Wassertemperatur der Sauerstoffgehalt sinkt. Ab einem bestimmten Temperaturwert kann das für einige Fischarten gefährlich werden. Die Vorgaben können damit unmittelbare Folgen für industrielle Betriebe haben, die auf Flusswasser angewiesen sind.
Hitzesommer 2018 führte zu Drosselungen
Welche Auswirkungen eine angespannte Kühlwassersituation haben kann, zeigte sich im Hitzesommer 2018. Damals musste BASF nach dem Bericht die Produktion einiger Anlagen am Standort Ludwigshafen wegen fehlender Kühlwassermengen drosseln. Das Ereignis führte im Konzern zu einem Umdenken bei der Kühlung des Werks.
Seitdem wurden die zentralen Rückkühlanlagen ausgebaut und die Kühlwasserströme optimiert. BASF will dadurch die Abhängigkeit des Standorts vom Flusswasser des Rheins verringern. Nach Einschätzung des Unternehmens soll die technische Erweiterung helfen, Produktionsunterbrechungen während heißer Wetterphasen in Ludwigshafen zu verhindern.
Mehr Kühlleistung durch mehrere Maßnahmen
Eine BASF-Sprecherin erklärte zur aktuellen Lage: „Die derzeitigen Wetterbedingungen haben aktuell keine Auswirkungen auf die Versorgung des Standorts mit Kühlwasser.“ Der Konzern verweist dabei auf mehrere konkrete Ausbauschritte.
<>Die Kühlleistung einer Schwerpunkt-Rückkühlanlage wurde erhöht. Dafür stieg die Zahl ihrer Kühlzellen von sechs auf neun. Zusätzlich wurde eine weitere Schwerpunkt-Rückkühlanlage neu gebaut; sie ging im Juni 2020 in Betrieb.
In diesem Jahr nahm BASF außerdem eine erweiterte Rückkühlanlage als Ersatz für eine bestehende Anlage in Betrieb. Nach Angaben der Sprecherin konnte der Konzern damit die Kühlleistung der Schwerpunkt-Rückkühlanlagen gegenüber 2018 maßgeblich erhöhen. Die Maßnahmen betreffen damit sowohl die Kapazität einzelner Anlagen als auch die technische Ausstattung des gesamten Kühlverbunds.
Für den BASF-Standort Ludwigshafen bedeutet das nach aktuellem Stand eine größere Unabhängigkeit von den Bedingungen im Rhein. Trotz der sinkenden Pegel und der steigenden Flusstemperaturen erwartet das Unternehmen in der laufenden Hitzeperiode keine Produktionsunterbrechungen, die auf eine fehlende Kühlwasserversorgung zurückgehen.