Nach der Vollsperrung der Kurt-Schumacher-Brücke im Juli wächst der Druck auf Mannheim und Ludwigshafen: Die Industrie- und Handelskammern Rhein-Neckar und Pfalz fordern, den Neubau der wichtigen Rheinquerung so schnell wie möglich voranzutreiben. Andernfalls drohe eine marode Brücke an eine neue Stadtstraße angeschlossen zu werden.

Für Pendler, Unternehmen, Kunden und Lieferverkehre hätte eine solche Entwicklung nach Einschätzung der Wirtschaft gravierende Folgen. Die Rheinquerungen seien keine Infrastruktur von ausschließlich lokaler Bedeutung, sondern eine zentrale Lebensader für den Wirtschaftsstandort der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar.

Diese Schritte fordert die Wirtschaft

In ihrer gemeinsamen Erklärung verlangen die Kammern zunächst, alle Möglichkeiten zur Beschleunigung der Planung rasch zu prüfen und vollständig auszuschöpfen. Es sei nicht nachvollziehbar, dass dies offenbar bislang noch nicht geschehen sei.

Außerdem müsse die Finanzierung parallel und mit gleicher Priorität gesichert werden. Dazu schlagen die Kammern Gespräche der Städte Mannheim und Ludwigshafen mit den Ländern und dem Bund vor. Auch ein „Brückengipfel“ mit allen potenziellen Fördermittelgebern solle geprüft werden.

Planung, Finanzierung, Genehmigung, Ausschreibung und Bauvorbereitung sollten nach Möglichkeit parallel laufen. Gleichzeitig müssten politische Beschlüsse zu den Planungsbudgets zeitnah fallen. Auch bei der Vergabe von Planungsleistungen dürfe es keine vermeidbaren Verzögerungen geben.

Vergleich mit Bonner Nordbrücke

Zur Einordnung verweist die Wirtschaft auf die Bonner Nordbrücke: Sie werde innerhalb von zwei Jahren geplant und neu gebaut, die Fertigstellung sei für 2028 vorgesehen. Die Kammern appellieren an alle Beteiligten – von den Kommunen über die Rheinbrückengesellschaft bis zu Land und Bund –, gemeinsam nach weiteren Beschleunigungsmöglichkeiten zu suchen.

Die Meldung wurde am 29. September 2026 um 11:16 Uhr zuletzt aktualisiert.