Über Ludwigshafen ist derzeit erneut ein weithin sichtbarer Feuerschein zu sehen. Grund ist eine Betriebsunterbrechung im Steamcracker im Werksteil Nord der BASF. Nach einem technischen Defekt wird überschüssiges Gas über eine Fackel verbrannt. Dabei können sichtbarer Feuerschein, Rußentwicklung und Lärm entstehen.
Die Störung ereignete sich am Dienstag, 29. September, gegen 8.30 Uhr. Nach Angaben der BASF reagierten die Sicherheitssysteme wie vorgesehen. Das Unternehmen teilte außerdem mit, dass die Fackeltätigkeit voraussichtlich bis Ende der Woche andauern kann.
Was Anwohner jetzt beobachten können
Die Fackel ist über Ludwigshafen sichtbar und kann insbesondere bei Dunkelheit als heller Feuerschein wahrgenommen werden. Als weitere Begleiterscheinungen nennt die BASF mögliche Rußbildung und Lärmbelästigung. Damit müssen Anwohner in der Umgebung bis zum Ende der Woche rechnen.
Die zuständigen Behörden sind über den Vorfall informiert. Weitere Angaben zu Schäden oder Verletzten enthält die vorliegende Mitteilung nicht. Aus der Reaktion der Sicherheitssysteme lässt sich nach Unternehmensangaben ableiten, dass die vorgesehenen Sicherheitsmechanismen ausgelöst haben; eine weitergehende Bewertung des Vorfalls liegt in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Welche Aufgabe der Steamcracker hat
Der Steamcracker ist eine zentrale Anlage zur Herstellung chemischer Grundstoffe. Er spaltet Rohbenzin bei rund 850 Grad unter Zugabe von Wasserdampf in Stoffe wie Ethylen und Propylen auf. Diese Grundstoffe werden anschließend für die Produktion von Kunststoffen, Lacken, Waschrohstoffen und Pflanzenschutzmitteln benötigt.
Bei einer Unterbrechung kann überschüssiges Gas nicht wie im regulären Betrieb weiterverarbeitet werden. Es wird deshalb über die Fackel verbrannt. Der sichtbare Feuerschein ist damit eine unmittelbare Folge der technischen Störung und der anschließenden Sicherungsmaßnahmen.
Frühere Fackelarbeiten in diesem Jahr
Bereits Ende Juli war es im Werksteil Nord zu einem technischen Defekt am Steamcracker gekommen. Damals trat die Störung am Montag, 27. Juli, gegen 21.30 Uhr auf. Auch zu diesem Zeitpunkt reagierten die Sicherheitssysteme nach Angaben des Chemiekonzerns ordnungsgemäß, während überschüssiges Gas abgefackelt wurde.
Anfang August kündigte BASF außerdem Fackeltätigkeit beim Wiederanfahren des Steamcrackers nach Reparaturarbeiten an. Sie sollte am 10. August beginnen und voraussichtlich bis Anfang der folgenden Woche dauern. Die aktuellen Arbeiten stehen laut vorliegender Meldung dagegen im Zusammenhang mit der Betriebsunterbrechung vom 29. September.