Das Jugendamt Ludwigshafen besteht seit 100 Jahren. Bei einem Aktionstag in der Rhein-Galerie wurde sichtbar, wie stark sich seine Arbeit in diesem Jahrhundert verändert hat: Aus einer Einrichtung mit vor allem aufsichtsbezogener Aufgabe ist ein breit aufgestelltes Dienstleistungsangebot für Kinder, Jugendliche und Familien geworden.

Eröffnet wurde der Aktionstag von Lars Pletscher gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Staatssekretärin Kathrin Anklam-Trapp und Patrick Steidl, dem Center-Manager der Rhein-Galerie. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung des Jugendamts und die Frage, welche Unterstützung Familien heute benötigen.

Von der Aufsicht zur Unterstützung

Nach Angaben des Berichts prägen heute vor allem Prävention, Hilfe in Krisen und eine enge Zusammenarbeit verschiedener Beteiligter die Arbeit. Das Jugendamt versteht sich damit nicht nur als kontrollierende Behörde, sondern auch als Anlaufstelle, die frühzeitig unterstützt und im Bedarfsfall Hilfen organisiert.

Starke Netzwerke spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie verbinden die Arbeit des Jugendamts mit Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche ihren Alltag verbringen. Ein Beispiel dafür ist die Ganztagsbetreuung an der Grundschule In der Langgewann in Ludwigshafen.

Erfahrung aus der Ganztagsbetreuung

Viktoria Dakaj arbeitet dort seit 13 Jahren als Verwaltungskraft. Die 49-Jährige beschreibt ihre Arbeit mit einem persönlichen Bild: „Ich sage immer, man braucht irgendwie keinen Chef, der einem sagt, man mache alles gut, weil die Kinder es einem zeigen“, erklärt sie mit einem Lächeln.

Das 100-jährige Bestehen wurde damit nicht nur als Rückblick auf eine Behördengeschichte begangen. Der Aktionstag stellte zugleich die heutige Rolle des Jugendamts heraus: Familien sollen Unterstützung erhalten, Krisen sollen bewältigt und Hilfen möglichst verlässlich miteinander verbunden werden.