Im Media-Turm der Medienanstalt Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen zeigen Schülerinnen und Schüler, wie Geschichten ganz ohne gesprochene Wörter entstehen können. Anlass ist der internationale Tag der Gebärdensprache am Mittwoch. Präsentiert wird „Visual Vernaculars“ – eine expressive Erzählkunst, die mit Händen, Körper und Mimik arbeitet.
Die Jugendlichen besuchen das Pfalzinstitut für Hören und Kommunikation, eine Schule für Kinder und Jugendliche mit Hörschädigung. Ihre Vorführung ist das Ergebnis eines Workshops, der im Sommer in den Räumen der Medienanstalt stattfand. Ange||||leitet wurde er von einem gehörlosen Künstler und Moderator.
Erzählkunst zwischen Gebärdensprache und Pantomime
Eine Sprecherin der Medienanstalt Rheinland-Pfalz beschreibt die Form als der Pantomime ähnlich. Zugleich weist sie darauf hin, dass Visual Vernaculars nur von Menschen verstanden wird, die Gebärdensprache können. Für hörende Besucherinnen und Besucher sei die Darstellung dennoch eindrucksvoll anzusehen.
Zur Veranstaltung sind Familien und Lehrkräfte der Schülerinnen und Schüler eingeladen. Auch Cindy Klink nimmt teil. Die Influencerin und Deaf Performerin berichtet über ihre persönlichen Erfahrungen und setzt sich nach Angaben des Senders seit Jahren für barrierefreie Kommunikation und eine inklusive Gesellschaft ein.
Veranstaltung macht auf fehlende Barrierefreiheit aufmerksam
Der Termin steht auch im Zusammenhang mit einer größeren Zugangshürde: In Rheinland-Pfalz gibt es laut dem Bericht zu wenige Dolmetscherinnen und Dolmetscher für Gebärdensprache. Dadurch bleiben viele politische Veranstaltungen für gehörlose Menschen unzugänglich.
Das Angebot in Ludwigshafen soll hörende und gehörlose Gäste gleichermaßen an das Thema heranführen. Mitorganisiert wird der Workshop von den Ohrenspitzern, einem medienpädagogischen Projekt zur Förderung des Zuhörens bei Kindern und Jugendlichen.