Künstliche Intelligenz soll in Ludwigshafen nicht nur diskutiert, sondern praktisch ausprobiert werden: Die Volkshochschule Ludwigshafen bietet im Herbst 2026 mehrere Veranstaltungen an, die den Umgang mit ChatGPT, Gemini, Copilot und weiteren KI-Werkzeugen erklären. Die Themen reichen von Bildung und Lernen über rechtliche Fragen bis zur Produktion eigener Musik.

Das Angebot richtet sich ausdrücklich nicht nur an Technikexpertinnen und Technikexperten. Die Teilnehmenden sollen Möglichkeiten und Grenzen der Technologie kennenlernen, Anwendungen selbst testen und Fragen zu einem verantwortungsvollen Einsatz klären. VHS-Leiterin Stefanie Indefrey erklärt: „Die verschiedenen Veranstaltungen richten sich an unterschiedliche Zielgruppen und zeigen, dass KI nicht nur ein Thema für Technikexpert*innen ist. Entscheidend ist vielmehr, die Möglichkeiten der Technologie zu kennen, ihre Grenzen einschätzen zu können und sie bewusst einzusetzen“.

KI in Unterricht, Ausbildung und Schule

Den Auftakt bildet am Samstag, 5. September 2026, der Kurs „Mit KI besser lehren: Werkzeuge für Dozent und Trainer“. Von 9 bis 13.30 Uhr geht es darum, wie KI in der Erwachsenenbildung, in Vereinen und in der betrieblichen Ausbildung eingesetzt werden kann. Vorgestellt werden unter anderem Anwendungen für die Unterrichtsvorbereitung, die Erstellung von Materialien und die Anpassung von Inhalten an unterschiedliche Lerngruppen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Neben den praktischen Möglichkeiten behandelt der Kurs auch Risiken. Dazu gehört die Frage, wann KI-Systeme falsche Informationen erzeugen und welche Inhalte oder Materialien verwendet werden dürfen. Der praktische Umgang mit den Werkzeugen steht dabei im Mittelpunkt.

Grundlagen zu Chatbots vermittelt die VHS am Mittwoch, 9. September 2026, ab 15.30 Uhr. Im Kurs „KI-Chatbots: Was Sie über ChatGPT, Gemini & Co wissen sollten“ können Interessierte verschiedene Systeme ausprobieren und erfahren, wofür sie genutzt werden können. Die Teilnahme ist kostenlos. Ein eigenes Smartphone oder Tablet soll mitgebracht werden.

Am Samstag, 12. September 2026, folgt von 9 bis 13.30 Uhr der Kurs „KI-Werkzeuge als Helfer beim Lernen“. Schülerinnen und Schüler lernen dort, wie KI helfen kann, schwierige Aufgaben zu verstehen, Texte zu erklären, Fehler zu erkennen oder gezielt Informationen zu suchen. Die Technologie soll dabei nicht die Hausaufgaben übernehmen. Ziel ist es vielmehr, selbstständiger und effektiver zu lernen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; Smartphone, Tablet oder Laptop genügen. Auch dieser Kurs ist kostenlos.

Ein eigenes Angebot gibt es am Samstag, 19. September 2026, von 9 bis 13.30 Uhr für Eltern. Dozent Adrian Kitzel zeigt im Kurs „KI-Werkzeuge als Helfer beim Lernen – Für Eltern“, wie Mütter und Väter ihre Kinder beim Verstehen schulischer Aufgaben und Texte unterstützen können. Ebenso geht es darum, Fehler zu finden und Informationen gezielt zu recherchieren, ohne die eigentliche Lernleistung an die KI abzugeben. Die Kursgebühr beträgt zehn Euro.

AI Act und kreative Anwendungen

Mit dem Vortrag „AI Act der EU – Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll nutzen“ nimmt die VHS am Donnerstag, 29. Oktober 2026, von 18 bis 20.15 Uhr die rechtlichen Rahmenbedingungen in den Blick. Der europäische AI Act arbeitet mit einem risikobasierten Ansatz und unterscheidet nach den jeweiligen Anwendungen. Seit dem 2. August 2026 werden weitere Vorgaben angewendet und durchgesetzt, darunter neue Transparenzanforderungen für bestimmte KI-Systeme.

Der von Daniel Roth-Shahshahani geleitete Vortrag soll Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Vereinen und anderen Organisationen einen verständlichen Überblick geben. Praxisnahe Beispiele zeigen, welche Anforderungen entstehen können und wie sich KI rechtskonform einsetzen lässt. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung gehört zum Projekt „Transformationsbegleitung Ludwigshafen-Frankenthal“, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus gefördert wird. Teilnehmende erhalten ein Zertifikat.

Zum Abschluss wird es musikalisch: Im Kurs „Musik & KI – Mach deinen eigenen Hit!“ am Samstag, 14. November 2026, von 9 bis 13.30 Uhr lernen Interessierte Anwendungen wie Suno, Udio und AIVA kennen. Auch ohne Instrumental- oder Notenkenntnisse sollen damit Musikstücke in verschiedenen Stilrichtungen erstellt werden können.

Zum Programm gehören außerdem die rechtlichen Fragen rund um KI-generierte Musik. Thematisiert wird auch das Verfahren GEMA gegen den KI-Musikgenerator Suno. Nach Angaben der Veranstaltung hat das Landgericht München I am 31. Juli 2026 den Ansprüchen der GEMA auf Unterlassung, Auskunft und Schadensersatz überwiegend stattgegeben. Die Kursgebühr beträgt 25 Euro.