Seit 41 Jahren fehlt von Sven Hollstein jede Spur. Der damals sechsjährige Junge verschwand am 15. April 1985, einem Montag, im Ludwigshafener Stadtteil Pfingstweide. Jetzt nimmt das ZDF den ungeklärten Vermisstenfall erneut in die Fahndungssendung „Aktenzeichen XY ... Ungelöst“ auf. Die Ausstrahlung ist für Mittwoch um 20.15 Uhr geplant.
Sven Hollstein wurde nach Angaben zur damaligen Fahndung gegen 17 Uhr zum letzten Mal im Erdgeschoss des Hauses gesehen. Danach verliert sich seine Spur. Trotz umfangreicher Suchmaßnahmen blieb der Junge unauffindbar. Die Polizei hat ein Bild von ihm im Internet unter der Rubrik „Cold Cases“ veröffentlicht.
Was über das Verschwinden bekannt ist
Bis heute ist offen, was mit dem Sechsjährigen geschah. Die Ermittler können nicht ausschließen, dass Sven Hollstein Opfer eines Verbrechens wurde. Ebenso bleibt die Möglichkeit eines Unfalls ungeklärt. Der Fall ist Teil der BKA-Kampagne „Spurlos verschwunden“, die an das Schicksal langzeitvermisster Kinder und Jugendlicher erinnern soll.
Die erneute Fahndung richtet sich vor allem an Menschen, die sich nach mehr als vier Jahrzehnten noch an Einzelheiten erinnern. Auch Beobachtungen, die damals unbedeutend erschienen, könnten nach Einschätzung der Ermittler relevant sein. Die Kriminalpolizei Ludwigshafen hofft deshalb auf neue Anhaltspunkte und Hinweise aus der Bevölkerung.
„Aktenzeichen XY“ setzt auf Erinnerungen
XY-Moderator Rudi Cerne erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, die Öffentlichkeit könne Erinnerungen wecken und Menschen erreichen, die etwas beobachtet oder später von möglichen Zusammenhängen erfahren hätten. Gerade bei einem so lange zurückliegenden Verschwinden könnten solche Hinweise für die Ermittlungen von Bedeutung sein.
Für die Angehörigen bedeutet die neue öffentliche Aufmerksamkeit zugleich eine emotionale Belastung. Cerne verwies auf die jahrzehntelange Ungewissheit und erklärte, eine erneute seelische Belastung lasse sich nicht vollständig ausschließen. Die Sendung wolle den Fall deshalb ohne unnötig drastische Einzelheiten und ohne Sensationalisierung darstellen. Einen eigenen Studiogast soll es nicht geben.
Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Ludwigshafen entgegen. Die Fahndung im ZDF soll insbesondere Menschen erreichen, die möglicherweise bislang nicht über ihr Wissen gesprochen haben.