In Ludwigshafen hat sich die Zahl der Organspenden nach Angaben des Klinikums verdoppelt. Ein Verbund aus vier Kliniken konnte die Zahl von zuvor zwei bis drei auf fünf bis sechs Organspenden pro Jahr erhöhen. Nach Einschätzung von Dr. Christian Urbanek bedeutet das mindestens drei zusätzlich gerettete Menschenleben.
Urbanek leitet den Klinikverbund und ist Transplantationsbeauftragter des Klinikums Ludwigshafen. Außerdem arbeitet er dort als geschäftsführender Oberarzt der Neurologie. Zum Verbund gehören neben dem Klinikum die BG Klinik, das Krankenhaus Zum Guten Hirten sowie das St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus.
Vier Kliniken arbeiten enger zusammen
Der entscheidende Ansatz ist die Zusammenarbeit über die einzelnen Häuser hinweg. Gerade kleinere Kliniken werden im Verbund regelmäßig daran erinnert, das Thema Organspende überhaupt zu prüfen. Dort gibt es nach den Angaben weniger Fälle als im Klinikum Ludwigshafen und in der BG Klinik.
Urbanek beschreibt den Vorteil der gemeinsamen Strukturen als kurze Abstimmung zwischen den Häusern. „Wir versuchen in unserem Verbund, vieles auf dem kleinen Dienstweg möglich zu machen, was für Einzelkämpfer viel komplizierter wäre“, erklärt der Leiter des Verbunds. Was in einem einzelnen Krankenhaus schwieriger sein kann, soll so gemeinsam schneller organisiert werden.
Angehörigengespräche sind entscheidend
Eine zentrale Rolle spielen Gespräche mit den Angehörigen potenzieller Organspender. Diese Gespräche seien besonders sensibel, erklärt Urbanek. Fehler in der Gesprächsführung könnten dazu führen, dass Möglichkeiten verloren gehen. Auch der Faktor Zeit ist wichtig: Die Organqualität für mögliche Empfänger nimmt laut Urbanek von Tag zu Tag ab.
„Wir haben mit unserem Engagement die Zahl der Organspenden von zwei bis drei im Jahr auf fünf bis sechs im Jahr erhöht“, sagt Urbanek vom Klinikum Ludwigshafen. Weil ein Organspender mehrere Menschenleben retten kann, liege der konkrete Effekt höher als die Zahl der Spenden zunächst vermuten lasse.
Auszeichnung für das Engagement
Für seine Arbeit wurde der Verbund im vergangenen Jahr von der Deutschen Stiftung Organtransplantation ausgezeichnet. Eine finanzielle Prämie gab es dafür nicht, sondern eine Urkunde. Der 22. Jahreskongress der Stiftung findet am Donnerstag und Freitag in Frankfurt statt.
Zum Engagement der Ludwigshafener Kliniken gehört auch Aufklärungsarbeit. Laut einer Umfrage halten 85 Prozent der Menschen Organspende für gut. Einen Organspendeausweis ausgefüllt haben demnach jedoch nur 41 Prozent. Der Klinikverbund will deshalb weiter dafür sensibilisieren, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und den eigenen Willen festzuhalten.