Ludwigshafen muss auf einen besonderen Besuch verzichten: Das Ausstellungsschiff MS Experimenta kann wegen des extrem niedrigen Rheinpegels nicht in der Stadt festmachen. Damit sind alle fünf geplanten Ausstellungstage für Kinder und Jugendliche abgesagt. Das teilte der SWR im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Niedrigwassers am Rhein mit.
Die Absage ist eine unmittelbare Folge der derzeit schwierigen Bedingungen auf dem Fluss. Bei Speyer liegt der Anleger für Flusskreuzfahrtschiffe trocken. Der Rhein ist dort deutlich schmaler beziehungsweise flacher als gewöhnlich, Uferbereiche und Steine sind sichtbar, die normalerweise unter Wasser liegen. Auch in Ludwigshafen reicht der Wasserstand nach den Angaben im Bericht nicht aus, damit die MS Experimenta sicher anlegen kann.
Ausstellungsschiff kann nicht in Ludwigshafen anlegen
Die MS Experimenta ist als schwimmende Wissenschaftsausstellung für Kinder und Jugendliche beschrieben. Ein Aufenthalt in Ludwigshafen ist wegen des Niedrigwassers nun nicht möglich. Der Bericht nennt keine Ersatztermine und keine alternative Anlegestelle für die abgesagten fünf Ausstellungstage.
Die Einschränkungen betreffen nicht nur einzelne Veranstaltungen. Nach Angaben der Stadt Speyer können Flusskreuzfahrtschiffe dort derzeit nicht mehr anlegen. Landgänge der Passagiere sind deshalb nicht möglich. Als einzige Möglichkeit, Speyer zu erreichen, nennt die Stadt Busshuttles von Straßburg oder Koblenz.
Für Ludwigshafen verweist der Bericht außerdem auf Sorgen der Industrie- und Handelskammer um die Lieferketten. Erste Frachtschiffe können wegen des niedrigen Wasserstands nur mit weniger Ladung fahren. Dadurch werden Transporte unwirtschaftlicher. Die Auswirkungen des Niedrigwassers reichen damit über den Tourismus und abgesagte Schiffsbesuche hinaus.
Rheinpegel könnte weiter sinken
Stand des Berichts ist der 5. August 2026, 8.16 Uhr. In Speyer lag der Wasserstand am 4. August um 10.16 Uhr noch 16 Zentimeter über dem bisherigen Tiefstwert. Einen neuen Rekordwert hatte der Pegel dort zu diesem Zeitpunkt noch nicht erreicht. Sollte es in den folgenden Tagen nicht regnen, könnte der Wasserstand laut Bericht jedoch weiter sinken.
Als Gründe werden fehlender Regen und kaum vorhandenes Schmelzwasser aus den Alpen genannt. Mehrere Fähren können bereits nicht mehr fahren. Frachtschiffe müssen ihre Ladung reduzieren. Am Mittelrhein wurden Flusskreuzfahrten nach Angaben mehrerer Anbieter ebenfalls eingestellt.
Wie außergewöhnlich die Lage wirkt, zeigt sich auch an den Reaktionen am Speyerer Rheinufer. Menschen, die seit mehr als 50 Jahren am Fluss leben, sagten dem SWR, der Rhein sei zwar schon früher flacher gewesen, so ein Niedrigwasser hätten sie aber noch nicht erlebt. Das ungewöhnliche Ufer zieht zugleich Schaulustige an.