Nach Fehlalarmen, Prügeleien und einem Messerangriff auf eine Lehrerin soll es an der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen-Mundenheim einen Neustart geben. Die Landesregierung will die Verantwortung übernehmen und die Leitung der Schule nach den Ferien neu aufstellen. Nach Angaben des Bildungsministeriums lassen sich die Probleme nicht innerhalb der bestehenden Strukturen lösen.

Die Gespräche über personelle Veränderungen waren am 26. August 2026 noch nicht abgeschlossen. Für die Schule bedeutet das: Die künftige Leitung und weitere Veränderungen sollen erst im weiteren Verfahren festgelegt werden. Das Ministerium teilte zugleich mit, dass ein Neustart ermöglicht werden solle.

Mehrere Vorfälle haben die Schule belastet

Erst wenige Tage vor der Ankündigung hielten Fehlalarme die Feuerwehr in Atem. Außerdem kam es auf dem Schulgelände zu einer Prügelei unter 14-Jährigen. Die Polizei bestätigte Körperverletzungen an der Schule. Aus einzelnen Einsätzen lasse sich nach Einschätzung der Behörde jedoch nicht automatisch ableiten, dass sich die Kriminalität dort insgesamt verschärft habe.

Besonders große Aufmerksamkeit hatte bereits ein Vorfall im Mai 2025 ausgelöst. Nach Angaben des Berichts soll eine Schülerin eine Lehrerin mit einem Messer angegriffen haben. Ein Gericht verfügte anschließend die Unterbringung der Schülerin in einer psychiatrischen Einrichtung. Zuvor war die Schule wegen versprühten Reizgases und eines Polizeieinsatzes mit großem Kräfteaufgebot in die Schlagzeilen geraten.

Die Vorgänge machten die Karolina-Burger-Realschule plus auch zu einem politischen Thema. Vor der Landtagswahl im März kritisierte CDU-Generalsekretär Johannes Steiniger die Zustände. Nach dem Wahlsieg seiner Partei liegt die Verantwortung nun bei der CDU. Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig erklärte laut Bericht, die Schule brauche einen Neustart.

18 von 56 Lehrkräften krankgemeldet

Zum Beginn des neuen Schuljahres meldeten sich nach Angaben der Schulaufsicht 18 der insgesamt 56 Lehrkräfte krank. Zusätzlich gab es Brandbriefe, anonyme Kritik über Medien und Unruhe wegen angeblicher Versetzungen. Das Bildungsministerium betonte dennoch, dass die Gespräche über personelle Veränderungen noch liefen.

Ein von der Polizei bestätigtes Klima der Angst gibt es laut Bericht nicht. Die Behörde teilte aber mit, dass es an der Schule seit Jahren auch zu Körperverletzungen gekommen sei. Für die Bearbeitung von Jugendkriminalität gebe es bewährte Konzepte.

Polizei bleibt Ansprechpartner

Bei Straftaten arbeiten Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendamt und Jugendgerichtshilfe zusammen. Die Fälle würden konsequent verfolgt, teilte die Polizei mit. Sie wolle für die Schule präsent und ansprechbar bleiben. Den Unterricht und den Schulalltag könne sie jedoch nicht dauerhaft gestalten; dafür seien andere Verantwortliche zuständig.

Ein ranghoher Polizeibeamter, der nicht namentlich genannt wurde, bezeichnete die Lage als multikausal. Er verwies unter anderem auf Eltern, die sich nur wenig dafür interessierten, was ihre Kinder in der Schule machten. Außerdem nannte er eine zerstrittene Lehrerschaft, einen umstrittenen Schulleiter und möglicherweise eine schwache Schulaufsicht als mögliche Faktoren. Die weiteren Gespräche über die personelle Neuaufstellung sollen zeigen, wie der angekündigte Neustart konkret umgesetzt wird.