An der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen soll ein umfassender Neustart beginnen. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) begleitet die Schule nach eigenen Angaben täglich und auf unbestimmte Zeit. Die Unterstützung richtet sich an eine Schule, die zuletzt wiederholt wegen Polizeieinsätzen in die Schlagzeilen geraten war und an der es seit längerer Zeit Konflikte im Kollegium gab.

Betroffen von den Veränderungen sind Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie das gesamte Kollegium. Nach Angaben der ADD hat die Umsetzung des Maßnahmenpakets unmittelbar nach dessen Vorstellung begonnen. Vorgestellt wurde es von ADD-Präsident Andreas Kruppert und Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig von der CDU.

Mindestens zwei Fachleute sollen den Prozess begleiten

Mindestens zwei Fachleute sollen täglich vor Ort mitarbeiten. Sie können nach den Angaben aus der ADD, dem Bildungsministerium oder dem Pädagogischen Landesinstitut kommen. Die Begleitung ist zeitlich nicht befristet. Damit soll der Veränderungsprozess nicht nur angekündigt, sondern im Schulalltag unmittelbar unterstützt werden.

Kruppert hatte die geplanten Schritte zuvor als „Dreiklang aus personellen Veränderungen sowie pädagogischen und strukturellen Maßnahmen“ bezeichnet. Neben Entscheidungen über einzelne Stellen geht es demnach auch um pädagogische Abläufe und die organisatorischen Strukturen der Schule.

Schulleitung und weitere Lehrkraft betroffen

Zu den angekündigten personellen Maßnahmen gehört die Abordnung des Schulleiters. Außerdem sollen ein Mitglied der Schulleitung und eine weitere Lehrkraft versetzt werden. Nach Angaben der Bildungsministerin sollen diese Veränderungen bis Mitte oder Ende September umgesetzt sein.

Parallel wird an einer Neubesetzung der Schulleitungsstelle gearbeitet. Die Suche nach einer neuen Leitung werde mit Nachdruck betrieben. Wann die Stelle endgültig neu besetzt werden kann, geht aus den vorliegenden Angaben zunächst nicht hervor.

Gesamtkonferenz rund um die Herbstferien geplant

Rund um die Herbstferien soll eine weitere Gesamtkonferenz stattfinden. Dort sollen Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern über die bereits eingeleiteten Maßnahmen informiert werden. Auch mögliche Nachbesserungen sollen besprochen werden.

Die Konferenz ist damit der nächste angekündigte Austausch, bei dem die Beteiligten den bisherigen Verlauf gemeinsam betrachten können. Ein genauer Termin wird in den vorliegenden Angaben nicht genannt. Offen bleibt deshalb zunächst, wann die Konferenz genau stattfindet und welche Änderungen bis dahin bereits umgesetzt sein werden.

Konflikte und hohe Krankmeldungen zum Schuljahresbeginn

Hintergrund des Neustarts sind langanhaltende Differenzen innerhalb des Kollegiums und Konflikte mit dem Schulleiter. Diese Auseinandersetzungen führten laut Bericht auch zu mehreren Dienstaufsichtsbeschwerden. Zu Beginn des neuen Schuljahrs meldete sich außerdem etwa ein Drittel der Lehrkräfte krank.

Bildungsministerin Eiling-Hütig betonte zuletzt, dass die Schülerschaft nicht das eigentliche Problem der Schule sei. Nach dieser Darstellung richten sich die angekündigten Veränderungen vor allem auf die internen Konflikte, die personellen Verantwortlichkeiten sowie die pädagogischen und strukturellen Bedingungen.

Verwaltungsgericht Mainz prüft Auflösung des Personalrats

Parallel zum Neustart beschäftigt ein Antrag zur Auflösung des amtierenden Personalrats das Verwaltungsgericht Mainz. Das Gericht bestätigte den Eingang des Antrags. Begründet wird der Schritt mit einer möglichen Gefährdung des Schulfriedens. Zum weiteren Verfahren lagen zunächst keine Informationen vor.

Der Personalrat vertritt die Interessen der Lehrerinnen und Lehrer sowie des übrigen Schulpersonals gegenüber der Schulleitung und den Schulbehörden. Nach Angaben der Gewerkschaft GEW ist das Gremium mit einem Betriebsrat in der freien Wirtschaft vergleichbar. Im öffentlichen Dienst arbeitet ein Personalrat allerdings nach den Personalvertretungsgesetzen der Länder.

Dem Personalrat der Karolina-Burger-Realschule plus gehören bislang fünf Personen an. Bildungsministerin und ADD-Präsident werfen dem Gremium grobe Pflichtverletzungen vor. Aus ihrer Sicht sei eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich. Der Gang zum Verwaltungsgericht wird im Zusammenhang mit der Schule als absoluter Ausnahmefall eingeordnet.

Wie sich die tägliche Begleitung durch die ADD, die personellen Veränderungen und die weiteren pädagogischen sowie strukturellen Maßnahmen auf den Schulalltag auswirken, soll der weitere Prozess zeigen. Für Eltern, Schülerschaft und Beschäftigte ist die geplante Gesamtkonferenz rund um die Herbstferien der nächste bereits angekündigte Termin, an dem die Maßnahmen erläutert und mögliche Nachbesserungen diskutiert werden sollen.