Ludwigshafen. In der Bismarckstraße 55 entsteht derzeit ein ungewöhnlicher Treffpunkt für die Innenstadt: Das Social Innovation Lab der Hochschule Ludwigshafen beherbergt noch bis Ende August das künstlerische Fundbüro „Lost & Found“. Besucherinnen und Besucher können dort an kostenlosen Workshops teilnehmen, ins Gespräch kommen und persönliche Verlusterfahrungen mit künstlerischen Mitteln bearbeiten.

Das Projekt „Kunst und Gesellschaft“ läuft seit dem 1. Juni. Vor dem Social Innovation Lab steht ein Container, der zu einem Fundbüro umgebaut wurde. Im Inneren gibt es ein offenes Atelier, Gespräche und kreative Workshops. Eine Apfelschorle und die Möglichkeit zu einem ungezwungenen Austausch gehören ebenfalls zum Angebot.

Workshops zu Verlust, Suche und Wiederfinden

Jede Woche übernimmt ein anderes Künstlerinnen- und Künstlerteam die Gestaltung eines kostenlosen Workshops. Dabei können Menschen über persönliche Verluste sprechen und unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen ausprobieren. Ziel ist es, Erlebtes kreativ zu bearbeiten und möglicherweise eine neue Perspektive darauf zu gewinnen.

Unterstützt wird das Projektteam von Studierenden der Sozialen Arbeit an der HWG LU. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen von Verlust, Suche und Wiederfinden. Das Angebot richtet sich nicht nur an zufällig vorbeikommende Passantinnen und Passanten. Auch Menschen aus der Nachbarschaft kommen regelmäßig, während andere gezielt aus weiteren Ludwigshafener Stadtteilen oder aus Mannheim anreisen.

Eine besondere Rolle spielen die „Freitagsfunde“. An jedem zweiten Freitagabend stellen die jeweils beteiligten Künstlerinnen ihre Arbeiten vor und sprechen mit dem Publikum darüber. Für viele Besucherinnen und Besucher steht dabei der persönliche Austausch im Vordergrund.

Aktion „Kokon“ vom 20. bis 22. August

Vom 20. bis 22. August 2026 lädt das Künstlerinnen-Duo „Illig & Illig“ jeweils von 15 bis 19 Uhr zur Aktion „Kokon – ein persönlicher Raum für Verlust“ ein. Constanze und Norbert Illig aus Worms begleiten die Teilnehmenden dabei, einen persönlichen Verlust in einem Satz oder einer Skizze festzuhalten.

Anschließend wird die Erinnerung in einem Kokon aus gebranntem Ton versiegelt. Der Keramik-Kokon steht sinnbildlich für Erinnerung und Veränderung – vergleichbar mit einer Raupe, die sich in ihrem Kokon verwandelt.

Abschlussfest am 29. August

Zum Abschluss ist am Samstag, 29. August, von 15 bis 19 Uhr ein Fest vor dem Fundbüro-Container und dem Social Innovation Lab in der Bismarckstraße 55 geplant. Vorgesehen sind Mitmach-Aktionen rund um Fundstücke und Druckkunst. Gäste sind willkommen.

Mit dem Projekt entwickelt sich das Social Innovation Lab zunehmend zu einem sogenannten „Dritten Ort“: einem nicht-kommerziellen Raum für Begegnungen, Gespräche und neue Perspektiven. Solche Gemeinschaftsräume gewinnen laut dem Bericht an Bedeutung, weil der Rückzug des Einzelhandels neue Möglichkeiten für lebendige Innenstädte und die Umnutzung von Leerständen erforderlich macht.