In Ludwigshafen sind Halloween-Süßigkeiten mit möglichen Fremdkörpern entdeckt worden. Nach Angaben von SWR Aktuell wurden Schokoriegel, Fruchtgummis und Bonbons mit Nadeln, Nägeln und Schrauben manipuliert. Die Fundstücke seien mutmaßlich rechtzeitig entdeckt worden; von verletzten Kindern ist bislang nichts bekannt.
Auch in Mackenbach im Kreis Kaiserslautern, in Hermeskeil und in Lünebach in der Eifel wurden ähnliche Fälle gemeldet. Damit gibt es nach dem Bericht inzwischen aus ganz Rheinland-Pfalz Hinweise auf manipulierte Halloween-Naschereien. Vergleichbare Vorfälle werden außerdem aus fast allen anderen deutschen Bundesländern sowie aus Österreich gemeldet.
Herkunft der Süßigkeiten schwer nachzuvollziehen
Die Ermittlungen werden dadurch erschwert, dass die betroffenen Kinder an vielen verschiedenen Haustüren geklingelt hatten. Wo die präparierten Riegel jeweils in den Besitz der Kinder gelangten, lässt sich deshalb im Nachhinein nur schwer rekonstruieren.
Thorsten Mischler vom Polizeipräsidium Ludwigshafen sagte dem SWR, die Polizei stehe bei den Ermittlungen im Austausch mit anderen Polizeidienststellen in Rheinland-Pfalz. Zu möglichen Verantwortlichen erklärte er: „Wir gehen derzeit davon aus, dass es regionale Täter waren.“ Das Tatmotiv sei bislang offen und reine Spekulation. Wegen der Zahl der gemeldeten Fälle schließe die Polizei jedoch einen gewissen Trend nicht aus.
Polizei warnt vor Spekulationen
Das Innenministerium sieht derzeit keine Belege für ein landesweit koordiniertes Vorgehen. Matthias Bockius, Pressesprecher des Innenministeriums, sagte dem SWR: „uns ist wichtig, die Sachverhalte sachlich einzuordnen und ihnen keine größere Bedeutung beizumessen, als es die bisherigen Erkenntnisse rechtfertigen“. Die Polizei Rheinland-Pfalz nehme die einzelnen Vorfälle ernst und prüfe neben der Aufklärung auch mögliche Zusammenhänge.
Gesicherte Erkenntnisse, die auf eine systematische oder landesweit koordinierte Vorgehensweise schließen lassen, liegen laut Innenministerium bislang nicht vor. Bockius warnte zugleich vor einer ungeprüften Weitergabe von Meldungen in sozialen Medien und privaten Chatgruppen. Diese könne unnötige Ängste schüren und die Verunsicherung verstärken.
Was Eltern jetzt beachten sollten
Die Polizei rät Eltern, die gesammelten Süßigkeiten ihrer Kinder vor dem Verzehr sorgfältig zu prüfen. Dabei sollten sie insbesondere auf kleinste Einstichstellen, beschädigte Verpackungen und ungewöhnliche Verformungen achten.
Wird ein Fremdkörper entdeckt, sollte er in der Süßigkeit stecken bleiben. So sollen mögliche Spuren und Fingerabdrücke nicht verwischt werden. Das präparierte Fundstück sollte anschließend zusammen mit der Verpackung bei der nächsten Polizeidienststelle abgegeben werden.