An der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen stehen weitreichende personelle und organisatorische Veränderungen bevor. Der Schulleiter wird abgeordnet. Außerdem werden ein Mitglied der Schulleitung und eine weitere Lehrkraft versetzt. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig kündigte die Schritte am 3. September 2026 in Mainz im Bildungsausschuss des Landtags an. Ziel ist nach den Angaben, den Schulfrieden an der Schule wiederherzustellen.

Für Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte bedeutet die Ankündigung einen deutlichen Eingriff in den Schulbetrieb. Die Maßnahmen folgen auf wiederholte Konflikte und mehrere Einsätze von Polizei und Feuerwehr. Die Schule, die in der zweitgrößten Stadt von Rheinland-Pfalz liegt, war laut dem Bericht wiederholt wegen Polizeieinsätzen in den Schlagzeilen.

Gewalt, Vandalismus und Fehlalarme

Als Auslöser der Polizeieinsätze nennt der Bericht Gewalttaten und Vandalismus. Zuletzt beschäftigten zudem Fehlalarme die Einsatzkräfte. Sie führten zu Einsätzen der Feuerwehr. Welche einzelnen Vorfälle den Maßnahmen jeweils zugrunde liegen, wird in dem gelieferten Material nicht näher ausgeführt.

Parallel dazu verschärfte sich die Situation zum Beginn des neuen Schuljahres. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur meldete sich etwa ein Drittel der Lehrkräfte krank. Als Hintergrund werden langanhaltende Differenzen innerhalb des Kollegiums und Konflikte mit dem Schulleiter genannt. Diese Auseinandersetzungen führten demnach auch zu mehreren Dienstaufsichtsbeschwerden.

Schulaufsicht soll täglich präsent sein

Die angekündigten Veränderungen beschränken sich nicht auf die Personalien. Nach Angaben der Ministerin sollen die Schulaufsicht oder das Bildungsministerium künftig täglich an der Schule vor Ort sein. Damit soll die Entwicklung unmittelbar begleitet werden. Bereits eingeleitete Konzepte und Maßnahmen sollen gemeinsam mit der Schule noch einmal überprüft und überarbeitet werden.

Zusätzlich ist vorgesehen, den Einsatz multiprofessioneller Teams zu verstärken. Solche Teams sollen nach den Angaben die Schule bei der Bewältigung der bestehenden Belastungen unterstützen. Konkrete Angaben zur Zusammensetzung, zum Umfang oder zum Zeitplan dieses verstärkten Einsatzes enthält der Bericht nicht.

Für Lehrkräfte kann künftig nach einer Einzelfallprüfung eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag angeordnet werden. Es handelt sich damit nicht um eine pauschal für das gesamte Kollegium angekündigte Regelung, sondern um eine Möglichkeit, die jeweils im Einzelfall geprüft werden soll.

Verfahren gegen den Personalrat

Auch der amtierende Personalrat ist Teil der angekündigten Schritte. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, kurz ADD, beantragt beim Verwaltungsgericht Mainz die Auflösung des Gremiums. Als Begründung wird eine Gefährdung des Schulfriedens genannt.

Nach Angaben der Bildungsministerin soll der Personalrat seine gesetzlichen Pflichten grob verletzt haben. Dazu zählt nach dem Landespersonalvertretungsgesetz die Pflicht zur vertrauensvollen Zusammenarbeit. Außerdem muss ein Personalrat alles unterlassen, was die Arbeit und den Frieden in der Dienststelle beeinträchtigen kann.

Ein Sprecher des Verwaltungsgerichts Mainz bestätigte gegenüber der Zeitung den Eingang des Antrags. Über den Antrag hatte die „Rheinpfalz“ bereits vor der Sitzung des Bildungsausschusses berichtet. Eine Entscheidung des Gerichts oder ein Abschluss des Verfahrens ist im vorliegenden Bericht nicht genannt.

Damit stehen an der Ludwigshafener Schule mehrere Entwicklungen gleichzeitig an: die Abordnung des Schulleiters, zwei Versetzungen, eine mögliche Attestpflicht nach Einzelfallprüfung, die tägliche Präsenz der Schulaufsicht oder des Ministeriums, die Überarbeitung bestehender Konzepte und ein gerichtliches Verfahren zur Zukunft des Personalrats. Ob diese Schritte den Schulalltag stabilisieren und den angekündigten Schulfrieden wiederherstellen, bleibt zunächst offen.