Die Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen steht nach den Sommerferien erneut im Mittelpunkt. Gewaltvorfälle, Fehlalarme, Unterrichtsausfälle und ein offenbar tief zerstrittenes Kollegium belasten die Schule. Für Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU) wird der Fall damit zur ersten großen Bewährungsprobe.

Nach Angaben des SWR meldeten sich zeitweise 18 von 56 Lehrkräften krank. Gleichzeitig berichten Lehrkräfte von Überforderung und massiven Konflikten. Immer wieder kommt es demnach zu Feueralarmen, außerdem fällt an der Schule regelmäßig Unterricht aus. Die Folgen treffen vor allem die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Familien, die sich nach Darstellung des Senders nach mehr Ruhe und Verlässlichkeit sehnen.

Viele Probleme, keine einfache Lösung

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht auch Schulleiter Oliver Kästel. Ein Teil des Kollegiums wirft ihm vor, die Schule nicht im Griff zu haben. Andere bewerten seine Arbeit deutlich anders: Sie beschreiben Kästel als jemanden, der versucht habe, eine über Jahre festgefahrene Schule zu verändern, neue Projekte anzustoßen und bestehende Strukturen aufzubrechen.

Von außen lässt sich laut der vorliegenden Einschätzung deshalb nicht eindeutig feststellen, wer welchen Anteil an der Eskalation trägt. Für die Ministerin bedeutet das: Ein einzelner Schuldiger würde das grundsätzliche Problem nicht lösen. Hinzu kommt die rechtliche Hürde, dass ein verbeamteter Schulleiter nicht einfach entlassen werden kann. Als mögliche Wege werden eine Abordnung oder eine Versetzung genannt. Dafür müsste jedoch zunächst ein rechtlich belastbarer Weg gefunden werden.

Bildungsausschuss soll über weiteres Vorgehen beraten

Anfang September will sich Eiling-Hütig im Bildungsausschuss ausführlich zu dem Fall äußern. Hinter den Kulissen wird nach Informationen des SWR intensiv nach einer Lösung gesucht. Vieles deutet demnach darauf hin, dass auch personelle Veränderungen in der Schulleitung geprüft werden könnten.

Ein möglicher Wechsel an der Spitze würde die Schwierigkeiten allerdings nicht automatisch beenden. Der Konflikt reicht nach den Gesprächen der SWR-Reporter vor Ort tiefer: Das Kollegium ist offenbar gespalten, die Belastung hoch, und die Schule kämpft seit längerer Zeit mit schwierigen Rahmenbedingungen.

Die Ministerin muss daher voraussichtlich mehr erklären als nur die Zukunft der Schulleitung. Im Bildungsausschuss dürfte es auch darum gehen, wie die Schule stabilisiert werden soll, welche Rolle die Schulaufsicht künftig übernimmt und warum die Situation trotz der seit Monaten bekannten Probleme nach den Sommerferien erneut eskalieren konnte.

Politisch ist der Fall für die CDU-Landesregierung besonders heikel. Die Partei hatte die Karolina-Burger-Schule im Wahlkampf selbst zum Thema gemacht und der damaligen SPD-geführten Landesregierung vorgeworfen, Hilferufe zu ignorieren und Probleme an Schulen nicht konsequent genug anzugehen. Nach dem Regierungswechsel gilt dieser Maßstab nun für die CDU selbst. Die Probleme waren beim Amtsantritt der Ministerin bekannt; nach Angaben der Landesregierung war sie früh vor Ort und machte den Fall zur Chefsache. Eine dauerhafte Lösung steht dennoch aus.