Die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen (HWG LU) erhält Fördermittel des Landes Rheinland-Pfalz, um ihr Forschungsprojekt KICaGEM auszubauen. Im Mittelpunkt steht ein KI-gestütztes System, das Energie- und Raumklimadaten erfasst, analysiert und für ein effizienteres Gebäude- und Energiemanagement am Hochschulcampus nutzbar machen soll.

Die Förderung erfolgt im Rahmen des Programms „HAW-direkt“. Das Projekt betrifft den Campus der HWG LU in der Ernst-Boehe-Straße in Ludwigshafen sowie das zur Hochschule gehörende Ostasieninstitut (OAI) direkt am Rhein. Für Studierende, Beschäftigte und die Hochschule bedeutet die Erweiterung vor allem: An weiteren Gebäuden und Standorten sollen künftig detailliertere Daten zu Raumklima und Energieverbrauch verfügbar sein.

Neue Technik für Gebäude und Wetterdaten

Das ursprüngliche Forschungsprojekt lief von 2023 bis 2025. Es hatte den Aufbau eines intelligenten Systems zur Erfassung und Auswertung von Energie- und Raumklimadaten zum Ziel. Zum Einsatz kommen dabei Kommunikationstechnologien des Internets der Dinge, insbesondere die Funktechnologie Long Range Wide Area Network (LoRaWAN), sowie Methoden der Künstlichen Intelligenz.

Mit den neuen Fördermitteln soll ein zusätzlicher Geräteverbund angeschafft werden. Geplant sind unter anderem sogenannte Remote Control Units. Sie sollen Daten aus der Gebäudeleittechnik des neuen Hochschulgebäudes C sammeln und in die bereits vorhandene Forschungs-Systemlandschaft integrieren.

Außerdem will die Hochschule zwei Wetterstationen installieren: eine auf dem Campus in der Ernst-Boehe-Straße und eine am Ostasieninstitut. Die Stationen sollen lokale Klimadaten in Echtzeit erfassen. Diese Informationen können anschließend in die bisherigen KI-gestützten Raumklimaanalysen einfließen, damit auch externe Umweltfaktoren berücksichtigt werden.

Ostasieninstitut wird in Analysen einbezogen

Im OAI sind zusätzlich Energiezähler und Sensoren vorgesehen. Sie sollen Raumklima und Energieverbrauch in den Hörsälen an diesem bislang nicht integrierten Hochschulstandort erfassen. Dadurch können die KI-gestützten Datenanalysen auf das Ostasieninstitut ausgeweitet werden.

Die Hochschule erwartet aus der erweiterten Forschungs-Systemlandschaft neue Ergebnisse. Diese könnten als Referenz für spätere Transferprojekte mit öffentlichen Liegenschaften oder Unternehmen dienen. Ziel solcher Projekte wäre die Konzeption und Implementierung intelligenter, auf den jeweiligen Standort zugeschnittener Campusnetze.

Land fördert 17 Maßnahmen

„HAW-direkt“ richtet sich an die staatlichen Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Rheinland-Pfalz. Förderfähig waren projektbezogene Gerätebeschaffungen für Forschungsvorhaben in den Bereichen Gesundheit, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Auch die landespolitischen Schwerpunkte Biotechnologie, Künstliche Intelligenz und Wasserstofftechnologien wurden berücksichtigt.

Alle sieben Hochschulen für angewandte Wissenschaften des Landes erhalten von Juli bis Ende Dezember 2026 zusammen rund eine Million Euro. Mit der Förderung werden insgesamt 17 Maßnahmen unterstützt. Nach Angaben der Vorlage soll das Programm die Hochschulen außerdem im Wettbewerb um weitere Drittmittel stärken, etwa bei Förderprogrammen der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Europäischen Union oder der Bundesministerien.

Die Meldung wurde am 2. September 2026 um 10:13 Uhr veröffentlicht. Als Quelle nennt sie die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen.