Die Bürgerstiftung Ludwigshafen richtet ihren Schwerpunkt auf Kinder, Jugendliche und Familien, die schwierige Lebenssituationen bewältigen müssen. Mit ihren Projekten will sie lokale Problemlagen abmildern, die Lebensqualität verbessern und den sozialen Zusammenhalt in der Stadt stärken. Bürgerstiftungen seien dabei besonders nah an den Bewohnerinnen und Bewohnern ihrer Kommune, heißt es in dem Beitrag des Wochenblatts.
Zum Leitbild der Ludwigshafener Stiftung gehört es, Brücken in der Gesellschaft zu bauen. Die Gesellschaft soll nach dem Selbstverständnis der Stiftung sozial gerechter, inklusiver und durchlässiger werden. Im Mittelpunkt stehen deshalb Vorhaben, die Kindern und Jugendlichen konkrete Unterstützung geben, zugleich aber auch Begegnung, gegenseitige Achtung und Bürgersinn fördern.
Schulmaterialien helfen im Alltag
Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit dem Förderverein „Clever Kids“. Die Stiftung unterstützt den Verein dabei, Schülerinnen und Schüler mit wichtigen Dingen für den Schulalltag auszustatten. Dazu gehören Füller, Schulrucksäcke, Stifte und Sportkleidung. Das Angebot richtet sich insbesondere an Kinder, für deren Familien solche Anschaffungen wegen ihrer Armut nicht selbstverständlich sind.
Mit der Hilfe soll ein geregelter Schulalltag ermöglicht werden. Die Unterstützung beschränkt sich dabei nicht auf Sachmittel. Die Stiftung fördert nach eigenen Angaben grundsätzlich Projekte, die das Miteinander verbessern und Menschen in Ludwigshafen miteinander verbinden.
Workshops ergänzen das Projekt Joblinge
Auch Jugendliche auf dem Weg zu einem Schul- oder Ausbildungsabschluss gehören zu den Zielgruppen. Das Ludwigshafener Projekt Joblinge wird aus Stiftungsmitteln durch Workshops ergänzt. Ausbilder aus Betrieben vermitteln dort nach Angaben des Beitrags Sozialpädagogik, Teambildung und interkulturelle Verständigung.
Die Jugendlichen sollen außerdem lernen, Konflikte richtig zu lösen und Herausforderungen in der Ausbildung zu bewältigen. Das Angebot ist unter anderem für Auszubildende mit Migrationshintergrund oder aus belasteten Familien gedacht. Damit unterstützt die Stiftung nicht nur den Zugang zu Abschlüssen, sondern auch Fähigkeiten, die für das Bestehen einer Ausbildung wichtig sind.
„Wir fördern per se nur Projekte, die für ein besseres Miteinander sind, sei es im Bereich gemeinsamen Singen und Musizieren, Schüler-, Pfadfinder- und Musikschülerfreizeiten, Lesepatenschaften, Spielplätze oder bei Vortragsreihen und Auszubildendenworkshops“
Das erklärt Vorstandsmitglied Michael Cordier. Die Stiftung bringt damit nach Darstellung des Beitrags Menschen zusammen, die etwas bewegen wollen, und unterstützt zugleich die Projekte, die auf Gemeinsinn und Zusammenhalt zielen.
Kultur, Umwelt und Vereine gehören ebenfalls zum Förderauftrag
Die Arbeit der Bürgerstiftung beschränkt sich nicht auf Kinder- und Jugendprojekte. Eine weitere Kernaufgabe ist die Kunst- und Kulturförderung. Darüber hinaus finanziert die Stiftung Vorhaben aus den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz, Altenhilfe, Inklusion und Wissenschaft. Das Geld kann in eigene Projekte fließen oder an andere Organisationen gehen, sofern deren Vorhaben den Satzungszielen entsprechen.
Im Beitrag werden mehrere Beispiele genannt: Ein Reiterhof erhielt Geld für den Kauf neuer Pferde. Für Luzie wurden neue Spielgeräte finanziert, ein Sportverein bekam Unterstützung für einen neuen Turnhallenboden. Außerdem übernahm die Stiftung bereits Kosten für Kinderliteraturtage, Vereinsfreizeiten und einige Klassenfahrten.
Auch das Kunstprojekt „Zwischenmensch“ in der Friedenskirche wird als Beispiel für die Förderarbeit genannt. Es läuft vom 25. Februar bis zum 24. März und beschäftigt sich mit Verständnis, Toleranz und Menschenfreundlichkeit. Das Projekt soll außerdem zeigen, woraus Netzwerke bestehen, die Menschen Halt geben und gelungene Begegnungen ermöglichen.
Spenden und Stiftungskapital haben unterschiedliche Funktionen
Die Finanzierung der Projekte beruht auf zwei Säulen. Firmen und Privatpersonen können einmalig spenden oder regelmäßig als Patinnen und Paten in einen Fördertopf einzahlen. Aus diesem Topf werden im jeweiligen laufenden Jahr Projekte der Stiftung unterstützt.
Daneben gibt es ein langfristig angelegtes Stiftungsvermögen. Von diesem Kapital werden nicht die Einlagen selbst, sondern die daraus entstehenden Zinsen und Erträge für die laufende Projektarbeit verwendet. Der Grundgedanke ist, das Vermögen als Investition in die Zukunft zu erhalten, damit auch spätere Generationen von den Erträgen profitieren können.
Das Stiftungsvermögen beträgt inzwischen 1,2 Millionen Euro. Nach Angaben von Vorstandsmitglied Sylvia Birnbaum haben sich bis heute 450 Bürgerinnen und Bürger mit Zeit oder Geld für die Stiftung engagiert. Weitere Zustiftungen, Erbschaften und Vermächtnisse sollen dazu beitragen, dass das Stiftungskapital weiter wächst.
„Und das Schöne dabei ist, dass wir mit den verlässlichen Spenden aus immer mehr Patenschaften und den Erträgen des gleichzeitig wachsenden Stiftungskapitals, etwa aus Zustiftungen oder Erbschaften und Vermächtnissen, immer mehr tolle Projekte realisieren helfen können“
Das sagt Cordier über die Verbindung von laufenden Spenden und langfristigem Kapital.
Gründung im Jahr 2004
Die Bürgerstiftung Ludwigshafen besteht seit mehr als 22 Jahren. Im Juli 2004 überreichte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier, kurz ADD Trier, der Geschäftsführung die Gründungsurkunde. Im Gründungsjahr zahlten 34 Stifter zunächst 57.830 Euro in das Stiftungsvermögen ein. Seitdem ist das Kapital auf 1,2 Millionen Euro angewachsen.
Die Stiftung setzt dabei weiterhin auf Unterstützung aus der Stadtgesellschaft. Unternehmen und Privatpersonen können sich mit Spenden, Patenschaften oder Zustiftungen beteiligen. Nach den Angaben im Beitrag fließen die Gelder in Projekte, die Kindern, Jugendlichen, Familien, Vereinen, Schulen und weiteren Organisationen zugutekommen.
Sprachförderung an Grundschulen geplant
Als nächsten Schritt will die Bürgerstiftung ihre Arbeit an einigen Grundschulen ausweiten. Geplant ist eine Sprachförderung, bei der von der Stiftung finanzierte Ehrenamtliche Grundschülerinnen und Grundschüler außerhalb des regulären Unterrichts unterstützen. Die Förderung soll in kleinen Gruppen stattfinden und beim Lernen helfen.
Zusätzlich will die Stiftung ihr Netzwerk mit Menschen ausbauen, die sich in Ludwigshafen engagieren und eigene Ideen umsetzen möchten. Auch das Fundraising soll verstärkt werden. Ziel ist es, mit weiteren Spenden, Patenschaften und Zustiftungen zusätzliche Projekte für Kinder, Jugendliche und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu ermöglichen.