Der Altriper Bundestagsabgeordnete und Gesundheitspolitiker der Grünen, Armin Grau, fordert strengere Regeln für sogenannte individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL). Der frühere Chefarzt der Neurologie am Klinikum Ludwigshafen kritisiert die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage seiner Fraktion als unzureichend.

Kritik am Markt für privat zu zahlende Zusatzleistungen

Nach Ansicht Graus unterschätzt die Bundesregierung die Probleme rund um den milliardenschweren Markt für privat zu zahlende medizinische Zusatzleistungen. Er verwies dabei auf den IGeL-Report 2024, wonach jährlich mindestens 2,4 Milliarden Euro für solche Leistungen ausgegeben werden.

Viele Patienten fühlten sich nach eigener Einschätzung nicht ausreichend informiert, um über entsprechende Angebote entscheiden zu können. Zudem gebe es Beschwerden darüber, dass Versicherte Leistungen selbst bezahlt hätten, obwohl diese eigentlich zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehörten.

Diese Änderungen fordert Grau

Grau spricht sich für eine standardisierte Aufklärung über Nutzen und Risiken von IGeL-Angeboten aus. Er fordert außerdem eine klare Trennung zwischen der regulären Kassensprechstunde und Gesprächen über privat zu zahlende Zusatzleistungen.

Als weitere Schritte hält der Grünen-Politiker die Dokumentation der Aufklärung in der elektronischen Patientenakte sowie eine systematische Erfassung von IGeL-Angeboten durch die Kassenärztlichen Vereinigungen für notwendig.