Im Zoo Landau gibt es ein ungewöhnliches erstes Date: Der 15 Jahre alte Sibirische Tiger Manu ist aus dem Tiergarten Nürnberg nach Landau gebracht worden. Dort soll er Tigerin Dária kennenlernen. Ein möglicher Zuchterfolg ist theoretisch denkbar – zunächst steht jedoch die ruhige Eingewöhnung des neuen Tieres im Mittelpunkt.
Manu kam am Donnerstag nach Landau. Der Transport war notwendig geworden, weil im Tiergarten Nürnberg Platzmangel herrscht. Über mehrere Wochen wurde der Tiger auf die Fahrt vorbereitet, damit sie möglichst stressfrei für ihn verläuft. Nach Angaben des Zoos zeigte sich Manu dabei gelehrig.
Erstes Aufeinandertreffen ohne Krallen und Zähne
Beim ersten Kontakt beobachteten sich die beiden Tiere zunächst an den Gehegen. Zoodirektor Jens-Ove Heckel beschrieb die Situation als angespannt, weil niemand wusste, wie die Tiger reagieren würden. Ein aggressives Verhalten blieb jedoch aus: Krallen und Zähne kamen nicht zum Einsatz. Stattdessen zeigten Manu und Dária laut Zoo freundliches Interesse aneinander.
„Die Idee gab es schon ein paar Wochen, aber dass es jetzt so schnell zu einem Transport kommt, hat uns auch überrascht!“
So erklärte Zoodirektor Jens-Ove Heckel, dass der Zoo die Ankunft nicht geheim halten wollte. Auch ein weiterer Satz des Direktors macht deutlich, wie vorsichtig das erste Treffen beobachtet wurde: „Springt sie gleich ans Gitter, und will ihn umbringen? Oder er sie? Das wäre das Worst-Case-Szenario gewesen.“
Ob aus dem Kontakt tatsächlich eine Paarbeziehung entsteht, ist offen. Der Zoo habe die Tiere nicht mit dem Ziel zusammengebracht, ein Paar zu bilden, erklärte Heckel. Nachwuchs sei theoretisch aber möglich. Ein entscheidender Unsicherheitsfaktor ist Manus Alter: Mit 15 Jahren gilt der Tiger bereits als betagt. Sollte es zwischen den beiden Tieren zu einer engeren Beziehung kommen, könnte diese deshalb nur von kurzer Dauer sein.
Besucher müssen vorerst warten
Für Besucherinnen und Besucher sind die Begegnungen zunächst nicht zu sehen. Manu und Dária treffen vorerst nur hinter den Kulissen des großen Außengeheges aufeinander. Der neue Tiger soll Zeit bekommen, sich in Landau in Ruhe einzugewöhnen. Wann Manu öffentlich zu sehen sein wird, war zum Stand der Meldung noch unklar.
Dária kam nach Verlust ihrer Schwester allein
Dária war im Januar des vergangenen Jahres aus einem Zoo in Ungarn nach Landau gekommen. Ursprünglich sollte sie gemeinsam mit ihrer Schwester Dana das rund 7.000 Quadratmeter große Außengehege beziehen. Dana verletzte sich jedoch während des Transports in Ungarn und blieb zunächst dort, um sich zu erholen. Einige Monate später wurde bekannt, dass die Tigerkatze nach einer Narkose nicht wieder aufgewacht war.
Mit Manu erhält Dária nun erstmals Gesellschaft in Landau. Ob sich daraus mehr entwickelt, soll sich erst nach der Eingewöhnungsphase zeigen.