Mitten in der Ludwigshafener Innenstadt steht ein Gebäude, das weit über seine auffällige Fassade hinaus eine besondere Geschichte erzählt: Das Wilhelm-Hack-Museum entstand aus dem Wunsch eines privaten Kunstsammlers, seine Werke dauerhaft öffentlich zugänglich zu machen. Heute beherbergt das 1979 eröffnete Haus rund 10.000 Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Grafiken, Multiples, Künstlerbücher und Künstler-Schallplatten.
Die Sammlung spannt einen Bogen vom Mittelalter über die Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst. Auch die Außenansicht ist Teil des Museumserlebnisses: Die Fassade des katalanischen Künstlers Joan Miró gilt selbst als Blickfang. Für Bewohner und Besucher bietet das Museum damit einen zentralen Anlaufpunkt für Kunst in Ludwigshafen – neben den Kulturangeboten im Pfalzbau, der vor allem für klassische Musik und Theater steht.
Wer Wilhelm Hack war
Namensgeber Wilhelm Hack wurde in Koblenz geboren. Nach dem Ersten Weltkrieg leitete er in Köln eine Import- und Exportfirma und baute über Jahrzehnte eine umfangreiche Kunstsammlung auf. 1969 präsentierte er sie im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf. Dort machte Hack deutlich, dass er einen Ort suchte, an dem seine Werke dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich sein konnten.
Auf Hack aufmerksam wurden der damalige Ludwigshafener Oberbürgermeister Werner Ludwig und Manfred Fath, der Leiter der Städtischen Kunstsammlungen. Beide nahmen Kontakt zu dem Sammler auf und unterbreiteten ihm ein Angebot. Ludwigshafen setzte sich schließlich gegen andere mögliche Standorte durch. Hack verband mit der Ansiedlung seiner Sammlung die Hoffnung, in der Industriestadt einen starken kulturellen Impuls auszulösen.
Vom Grundstock zur wachsenden Sammlung
Am 28. April 1979 wurde das Wilhelm-Hack-Museum eröffnet. Den Grundstock bildete Hacks Sammlung. Dazu zählten unter anderem ein prähistorischer Gräberfund bei Gondorf, mittelalterliche Arbeiten sowie Werke von Kasimir Malewitsch, Ljubow Popowa, Robert Delaunay, August Macke, Piet Mondrian und Bart van der Leck.
Der Bestand wuchs anschließend durch Schenkungen und Ankäufe weiter. 1989 übergab der Düsseldorfer Rechtsanwalt Heinz Beck dem Museum Werke aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Dadurch kamen unter anderem Arbeiten von Andy Warhol, Richard Hamilton, Gerhard Richter, Mary Bauermeister, Robert Filliou und Ed Ruscha nach Ludwigshafen. Später ergänzten Werke von Tatjana Doll, Anton Henning, Alice Musiol und Carsten Nicolai die Sammlung.
Das Museum beschränkt sich dabei nicht auf die Präsentation seiner Kunstwerke. Zum Angebot gehören auch Führungen, Vorträge und Performances. Wer die kulturelle Seite der oft als Industriestadt wahrgenommenen Kommune kennenlernen möchte, findet im Wilhelm-Hack-Museum deshalb einen Ort, an dem Geschichte, moderne Kunst und zeitgenössische Veranstaltungen zusammenkommen.