Eine neue Betrugsmasche über WhatsApp hat in Ludwigshafen bereits zu einem finanziellen Schaden geführt. Eine Frau überwies 500 Euro auf ein ihr unbekanntes Konto, nachdem sie über den bestehenden Chat mit ihrer Schwester um das Geld gebeten worden war. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Rheinpfalz hatten unbekannte Täter zuvor Zugriff auf das WhatsApp-Konto der Schwester erlangt.
Die Polizei veröffentlichte die Warnung am 26. August 2026. Sie bezeichnet die Methode als „Ghost Pairing“ oder „Ghost-Pairing“. Dabei versuchen Kriminelle, ein von ihnen kontrolliertes Gerät unbemerkt mit dem WhatsApp-Konto eines Opfers zu verknüpfen.
So funktioniert die WhatsApp-Masche
Der Kontakt beginnt laut Polizei häufig mit einer zunächst harmlos wirkenden Nachricht. Sie kann sogar von einem bereits gehackten Konto einer bekannten Person stammen. Unter einem Vorwand werden Betroffene dann dazu gebracht, einen Link zu öffnen oder eine angebliche Sicherheitsprüfung durchzuführen.
Im weiteren Verlauf sollen die Angeschriebenen beispielsweise einen Kopplungscode eingeben oder die Verbindung eines neuen Geräts bestätigen. Wer diese Verknüpfung bestätigt, kann den Tätern damit Zugriff auf das eigene WhatsApp-Konto ermöglichen.
Die Angreifer können anschließend unter Umständen Nachrichten und weitere Inhalte lesen, Kontakte auswerten und selbst Nachrichten im Namen des Opfers verschicken. Dadurch können auch Freunde oder Angehörige gezielt getäuscht und um Geld gebeten werden.
500-Euro-Forderung kam über den Schwester-Chat
Wie schnell die Manipulation zu einem finanziellen Schaden führen kann, zeigt der von der Polizei geschilderte Fall aus Ludwigshafen: Am Freitag, 21. August 2026, erhielt eine Frau über den bestehenden WhatsApp-Chat mit ihrer Schwester eine Nachricht. Die unbekannten Täter gaben demnach vor, das Handy der Schwester sei ins Wasser gefallen und defekt. Daraufhin baten sie um die Überweisung von 500 Euro. Die Frau kam der Aufforderung nach und überwies das Geld auf ein unbekanntes Konto.
Tückisch ist nach Einschätzung der Polizei, dass das eigene Smartphone trotz des unbefugten Zugriffs weiterhin normal funktionieren kann. Betroffene bemerken die fremde Verbindung deshalb möglicherweise zunächst nicht.
Polizei gibt Tipps zum Schutz
Die Polizei rät WhatsApp-Nutzern, keine unbekannten Geräte mit ihrem Konto zu verknüpfen und Codes sowie Sicherheitsnummern niemals an andere Personen weiterzugeben. Bei unerwarteten Nachrichten sollten Empfänger zunächst prüfen, ob sie tatsächlich vom angegebenen Absender stammen. Im Zweifel empfiehlt sich die Kontaktaufnahme über einen anderen, bereits bekannten Kommunikationsweg.
- Nicht vorschnell auf Links klicken, besonders bei dringenden Aufforderungen oder ungewöhnlichen Anliegen.
- Regelmäßig kontrollieren, welche Geräte mit dem WhatsApp-Konto verbunden sind.
- Unbekannte Geräte sofort entfernen.
- Die Zwei-Schritt-Verifizierung von WhatsApp aktivieren.
Wer ein unbekanntes verbundenes Gerät entdeckt, sollte die Verknüpfung nach Angaben der Polizei unverzüglich entfernen und die Sicherheitseinstellungen des Kontos überprüfen.